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Konsumstimmung im Keller - Weihnachtsgeschäft bedroht

Nürnberg - Die teils massiven Preiserhöhungen haben die Konsumstimmung in Deutschland stark eingetrübt und drohen auch das Weihnachtsgeschäft zu verderben. Die andauernden Diskussionen um weitere Preissteigerungen verunsicherten die Konsumenten und dämpften deren Kauflaune, berichtete das Marktforschungsinstitut GfK am Mittwoch in Nürnberg.

Die Anschaffungsneigung der sei auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2005 gesunken. Der Indikator für das Konsumklima erreicht im Dezember nur noch einen Wert von 4,3 Punkten nach 4,8 Punkten im November - das ist der schlechteste Wert seit dem März. "Die größte Gefahr für die Konsumstimmung und damit das Weihnachtsgeschäft wären weitere Preiserhöhungen", sagte der GfK-Experte Dirk Mörsdorf. Neuerliche Preisrunden seien Gift für den Konsum.

Auf der anderen Seite habe sich der Abwärtstrend des Konsumklimas deutlich verlangsamt. Die Konsumausgaben hätten sich nach einer Delle zu Jahresbeginn im zweiten und dritten Quartal erholt. Zugleich habe die Sparneigung nicht weiter zugenommen. "Wenn die Entwicklung so weitergeht, sieht es nicht so schlecht aus für das Weihnachtsgeschäft", ergänzte Mörsdorf. Allerdings müsse dieses ungewöhnlich gut verlaufen, um für das Gesamtjahr noch ein Wachstum von 0,6 Prozent beim privaten Verbrauch zu erreichen.

Der Einzelhandel hofft in diesem Jahr auf ein Weihnachtsgeschäft auf Vorjahresniveau. Die weiter gesunkene Anschaffungsneigung zeige eine anhaltende Verunsicherung der Verbraucher. Der Indikator weist nach einem Minus von 8,9 Punkten nun minus 21,8 Punkte auf. Im Vorjahresvergleich ist das ein Rückgang von gut 85 Punkten. Die Konsumneigung leide noch stark an den Folgen der Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und Energie. Hinsichtlich der Konjunkturerwartung hat die kurze Euphorie im Sommer mittlerweile einer nüchternen Betrachtungsweise Platz gemacht. Der Indikator sank im November um 15 Punkte auf 24,1 Zähler.

Die Verbraucher sähen die deutsche Konjunktur auf Expansionskurs, allerdings mit nachlassender Dynamik. Die Konjunkturrisiken wie ein starker Euro, die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten sowie hohe Lebensmittel- und Energiepreise überlagerten nach wie vor die guten Rahmenbedingen der deutschen Wirtschaft, hieß es. Die Wachstumsaussichten für Deutschland im kommenden Jahr würden negativer beurteilt als noch vor einigen Monaten. "Allerdings sehen die Bürger derzeit keine Risiken für eine Rezession", betonte die GfK. Die zuletzt fünf Monate lang rückläufige Einkommenserwartung legte im November minimal zu und pendelte sich auf einen Wert von 0 Punkten ein. Dies könne ein Zeichen dafür sein, dass der verbesserte Arbeitsmarkt und eine gute Einkommensentwicklung wieder an Gewicht gewinnen. Die Beitragssenkung in der Arbeitslosenversicherung ab Januar 2008 lässt den Bürgern zudem real mehr Geld im Portemonnaie und könnte die Kaufkraft stärken. "Das hat auch einen psychologischen Effekt", unterstrich Mörsdorf. "Für den Konsum wären mehr solche politischen Signale wünschenswert." (dpa)

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