Konsumunlust lässt Ifo-Index absacken

- München - Die fehlende Kauflust der Verbraucher hat die Aufbruchstimmung nach der Bundestagswahl in der Wirtschaft wieder verpuffen lassen. Im November brach der Ifo-Geschäftsklimaindex überraschend stark von 98,8 auf 97,8 Punkte ein, berichtete das Münchner Institut. Die Unternehmen sprachen von schlechteren Geschäften und trüberen Aussichten. Die moderate Erholung gehe trotzdem weiter, sagte Ifo-Experte Klaus Abberger, "aber euphorisch ist sie nicht".

Im Oktober war die Stimmung so gut gewesen wie zuletzt im Boomjahr 2000. Der Ifo-Index, der wichtigste Frühindikator, hatte zuvor zwei Mal hintereinander deutlich angezogen. Drei Anstiege in Folge gelten als Aufwärtstrend.

Für November hatten Analysten mit einem leichten Dämpfer gerechnet, weil die Wirtschaft vom Koalitionsvertrag der neuen Regierung unter Angela Merkel enttäuscht sei. Ifo-Konjunkturforscher Abberger hielt dagegen, die wesentlichen Inhalte seien längst bekannt gewesen, es habe "keine riesigen Überraschungen" gegeben.

Ein Rückgang des Indikators sei in Aufschwungphasen normal, erläuterte Abberger. Der Ifo-Index lag im November noch deutlich über dem September-Wert und auch weit über dem langjährigen Durchschnitt von 95,0 Punkten. "Wir arbeiten uns Stück für Stück nach oben." Der Export bleibe der Motor der Konjunktur. Am Arbeitsmarkt erwartete er "noch keine Trendwende im nächsten halben Jahr". Der kriselnde Einzelhandel rutschte in ein Stimmungstief. Die Händler bewerteten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter.

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