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Die Banken müssen helfen, ansonsten droht an den Quelle-Standorten das Aus.

Ein Konzern bricht auseinander

München - Mit dem Touristikunternehmen Thomas Cook bricht der erste Teil aus dem Pleitekonzern Arcandor heraus. Quelle ringt weiter um ihre Finanzierung.

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Kreditlinien: Quelle bangt

Der Pleitekonzern Arcandor beginnt auseinanderzubrechen. Dessen Gläubigerbanken haben jetzt 44 Prozent der an sie verpfändeten Anteile der Arcandor-Tochter Thomas Cook an Fondsgesellschaften verkauft, womit der weltweit zweitgrößte Touristikkonzern seine Bande zur ehemaligen Mutter auch geschäftlich löst, hieß es in Bankenkreisen. Ein Großteil der 376 Millionen Cook-Aktien, die den Gläubigerbanken eine Milliarde Euro bringen, sei von Indexfonds gekauft worden, sagte Analyst Simon French vom Brokerhaus Panmure.

Der schon bei Arcandor als Chef ausgeschiedene Karl-Gerhard Eick hat nun auch als Cook-Aufsichtsratschef seinen Hut genommen. Die geschäftlichen Beziehungen zu Arcandor sind erloschen, sagen die Briten. Damit bricht der lukrativste Teil aus dem Essener Konzern mit seinen verbleibenden Sparten Karstadt und Versandhandel (Quelle) heraus. Die 44 Prozent an Thomas Cook mit seiner Marke Neckermann Reisen waren an die Royal Bank of Scotland, Commerzbank und BayernLB für einen Milliardenkredit verpfändet worden. Im besten Fall fließt damit ein kleiner Teil des Verkaufserlöses für das Cook-Paket an Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg.

Vom Tisch ist damit auch ein Verkauf größerer Teile des Aktienpakets an den heimischen Handels- und Touristikkonzern Rewe, der mit Marken wie Dertour, ITS oder Jahn-Reisen in der Branche mitmischt. Das britische Management von Thomas Cook hatte ohnehin die jetzige, breite Platzierung bevorzugt. Kein Fonds hat angeblich mehr als drei Prozent an Thomas Cook erworben. Die Geschäfte des Reisekonzerns haben unter der Insolvenz der Ex-Mutter Arcandor indessen nicht gelitten. Es bleibe bei allen Gewinnprognosen, betonte das Management.

Schicksal längst nicht entschieden

Knapp neun Prozent an Thomas Cook liegen noch auf einem Treuhandkonto bei der BayernLB als Pfand für eine Anleihe, über deren Verwertung noch nicht entschieden ist. Größter Eigner des Touristikkonzerns ist nun der Versicherer Axa mit 11,6 Prozent. Das Schicksal der insolventen Teile des Arcandor-Konzerns ist dagegen noch längst nicht entschieden. So ringt die Versandhandelssparte mit der Fürther Quelle als Kern unvermindert um ihre über die Essener Valovis-Bank laufende Finanzierung. Zwar haben sich die betroffenen Institute Valovis, BayernLB und Commerzbank „im Grundsatz“ über ein Finanzierungsvolumen von 438 Millionen Euro geeinigt, sagte ein Sprecher Görgs.

Die Risikoverteilung unterhalb der Institute sei aber umstritten, weshalb Quelle seit Donnerstag Morgen defacto ohne Finanzierung dasteht. Das bringe die Geschäfte kurzfristig nicht zum Stillstand, versicherte ein Quelle-Sprecher. Können sich die drei Banken nicht einigen, droht den Franken das Aus, weil sie die von Kunden bestellten Waren dann nicht mehr vorfinanzieren und einkaufen können. Alle Beteiligten zeigten sich aber zuversichtlich, in Kürze Verträge für eine bis Jahresende befristete Finanzierung unterschreiben zu können. Bis dahin will Görg einen Investor für die gesamte Arcandor-Versandhandelssparte Primondo präsentieren. Es gebe derzeit acht oder neun Interessenten für Primondo als Ganzes, sagen Insider.

Thomas Magenheim-Hörmann

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