Diese Konzerne schreiben 2010 Rekordgewinne

Berlin - Glänzende Geschäfte, rosige Aussichten: Die starke Konjunktur beschert den großen deutschen DAX-Konzernen Milliardengewinne. Welche Unternehmen die Krise glänzend hinter sich lassen konnten.

Ob VW, BMW, Linde, K+S oder die Deutsche Post - Nur dem Rückversicherer Munich Re machen Naturkatastrophen zu schaffen. Berlin (dpa) -  Vor allem Deutschlands Vorzeigebranche, die Industrie, aber auch Dienstleister wie die Deutsche Post starteten 2010 nach tiefer Krise durch. Gleich sechs Dax-Konzerne berichteten am Donnerstag über Jahreszahlen und Ausblicke - wegen der Vielzahl von Börsianern “Super-Thursday“ genannt. Anleger können sich über Rekorddividenden freuen. Auch für 2011 überwiegt der Optimismus. Die Börse zeigte sich dennoch wenig beeindruckt. Der “giftige Cocktail“ aus europäischer Schuldenkrise und dem Chaos in Libyen zog die Kurse nach unten.

Selbst die Autoaktien gerieten ins Minus, trotz hervorragender Aussichten. Die beiden Autokonzerne VW und BMW wollen ihre rasante Rekordjagd fortsetzen. Volkswagen will gar im Eiltempo an die Weltspitze. “2011 dürfte ein gutes Jahr werden - für die Autoindustrie und für Volkswagen“, sagte Konzernchef Martin Winterkorn in Wolfsburg. Nach 7,2 Milliarden Euro Konzerngewinn und mehr als sieben Millionen verkauften Fahrzeuge 2010 seien schon in diesem Jahr neue Bestmarken bei Absatz, Umsatz und Ertrag möglich.

BMW wollte da nicht nachstehen und legte überraschend Zahlen vor - die Markterwartungen wurden mit einem Rekordgewinn von gut 3,2 Milliarden Euro nach nur 210 Millionen Euro im Vorjahr sogar noch übertroffen. Der Umsatz wuchs um 19,3 Prozent auf rund 60,5 Milliarden Euro und knackte damit zum ersten Mal die Marke von 60 Milliarden. Die Aktionäre sollen mit einer Rekorddividende von 1,30 Euro je Stammaktie und 1,32 Euro je Vorzugsaktie belohnt werden.

Mitte Februar hatte schon Daimler ein glänzendes Comeback mit einem Gewinn von 4,7 Milliarden Euro vorgelegt nach dem hohen Verlust von 2,6 Milliarden Euro 2009. Die Stuttgarter ließen damals die Dividende ausfallen, nun sollen es 1,85 Euro je Aktie werden.

Wachstumstreiber für die Industrie ist das Asien-Geschäft, vor allem in China. Davon profitierte unter anderem der Industriegase-Spezialist Linde, der 2010 Rekorde bei Umsatz und Ergebnis verbuchte. Der Konzern verdiente 1,005 Milliarden Euro - ein Plus von 70,1 Prozent. Die Erlöse kletterten um 14,8 Prozent auf 12,868 Milliarden Euro. Eine Dividende von 2,20 Euro je Aktie, 22,2 Prozent mehr als im Vorjahr, soll die Anleger erfreuen.

Eine starke Bilanz legte die Deutsche Post vor. Der Konjunkturaufschwung sorgte für bessere Geschäfte, hinzu kam der Milliardengewinn aus dem Verkauf der Postbank. Unterm Strich verdiente der weltweit tätige Logistik-Konzern - bei rückläufigem Briefgeschäft - mehr als 2,5 Milliarden Euro. Das ist eine Vervierfachung des Nettogewinns im Vergleich zu den 644 Millionen Euro, so die Deutsche Post DHL. Der Umsatz stieg um 11,4 Prozent auf 51,5 Milliarden Euro. Die Post habe sich rechtzeitig fit gemacht für den Aufschwung und sei vor allem in Asien “hervorragend positioniert“, sagte Vorstandschef Frank Appel. Die Aktionäre sollen mit einer um 5 Cent höheren Dividende von 0,65 Euro teilhaben. Das beeindruckte die Börsianer, Post-Aktien zählten zu den wenigen Gewinnern im schwachen Dax.

Der Düngemittel- und Salzproduzenten K+S profitierte von der enormen Auftausalz-Nachfrage im strengen Winter. Der Gewinn schoss auf 48,6 Millionen Euro nach 96,4 Millionen 2009 hoch. Beim Umsatz legte der Kasseler Konzern um 40 Prozent auf 4,994 Milliarden Euro zu. “Die weltweite Düngemittelnachfrage dürfte weiter steigen und im Salzgeschäft gehen wir nach dem Spitzenjahr 2010 von einem insgesamt stabilen Geschäftsvolumen auf hohem Niveau aus“, sagte K+S-Vorstandschef Norbert Steiner.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re wurde von der Börse mit abgestraft, die Aktie verlor zeitweise 2,45 Prozent auf 115,85 Euro. Die großen Naturkatastrophen zu Jahresbeginn in Australien und Neuseeland mit Milliardenbelastung wirbeln das Ergebnis durcheinander. Der Vorstand fürchtet um das Gewinnziel für 2011 von 2,4 Milliarden Euro. Munich Re schloss das vergangene Jahr bereits mit einem Gewinnrückgang von fünf Prozent auf 2,43 Milliarden Euro ab.

dpa

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