Konzerne schuld an der Reisekrise?

- Hannover - Die deutschen Reisekonzerne Tui und Thomas Cook haben sich nach Ansicht des Tourismus-Professors Karl Born gefährlich weit von ihren Kunden entfernt. "Vor allem die beiden Großen haben sich zu sehr mit sich selbst und der Integration ihrer ausländischen Töchter beschäftigt", sagte er. Die Unternehmen hätten die klassische Pauschalreise im mittleren Preissegment vernachlässigt.

<P>Born, bis 2000 Manager bei Tui Deutschland, hält es für einen schweren Fehler, dass die großen Veranstalter in der Krise "Innovation und Kommunikation für die klassische Pauschalreise vernachlässigt" hätten. "Sie haben das Ohr nicht mehr am Markt wie etwa der Veranstalter L/tur.</P><P>Die Manager müssten ihren Kunden klar machen, worin der Wert der Pauschalreise liege. "Etwa das Thema Sicherheit. Das wäre eine klare Botschaft." Es sei "ein elementarer Fehler", dass sich die Veranstalter nicht an dieses Thema wagten. "Sie haben Angst, dass sie deutlich machen, dass es Sicherheitsprobleme in manchen Ländern gibt. Aber so doof ist doch heute kein Verbraucher mehr - wir wissen doch alle, was los ist."</P><P>Born warnte vor Schäden im Geschäft und Einnahmeausfällen: "Wenn die Konzerne nicht lernen, in jedem Marktsegment den Kundennutzen deutlich zu machen, werden sie nicht mehr so groß bleiben können." Sie würden von den schnelleren Konkurrenten, wie L/tur oder den Direktvertrieben, abgehängt. Hinzu kämen bei den Konzernen "große Verwaltungsapparate, die zur Koordination des internationalen Geschäfts mitgeschleppt werden müssen". "Der Verbraucher erklärt immer deutlicher, was er will." Bei den Billigangeboten wolle niemand auf Qualität verzichten. "Hier zählt das Motto: Mehr Qualität für wenig Geld - wie bei Aldi." Falsch sei es, "laut zu schreien, billig ist ein Supertrend und alle müssen billig kaufen." Dadurch würden Kunden aus dem mittleren Preissegment nach unten abwandern.</P>

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