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Wirtschaftliche Schäden von Korruption ziehen große Kreise.

Konzerne verschärfen Kampf gegen Korruption

Berlin - Korruption ist kein Kavaliersdelikt, beteuern Unternehmenschefs schon länger. Doch aufgeschreckt durch Skandale, wird die Regel-Einhaltung immer professioneller organisiert.

Mit einem gepflegten Abendessen fängt es an. Und gipfelt womöglich in einem millionenschweren Schmiergeldscheck. Im Ringen um lukrative Großaufträge setzt mancher Manager auf spezielle Türöffner - nicht zuletzt in aufstrebenden Märkten in Asien oder Südamerika, die auch Firmen der Exportgroßmacht Deutschland fest im Blick haben. Doch verheerende Korruptionsskandale, wie sie 2006 den Industrieriesen Siemens durchschüttelten, haben Wirtschaft und öffentliche Verwaltung sensibilisiert. Immer mehr Konzerne leisten sich Spezialabteilungen, um die Einhaltung von Regeln abzusichern. Doch das ist komplizierter, als nur gute Vorsätze zu formulieren.

“Korruption ist ein Krebsgeschwür“, sagt Christine Hohmann- Dennhardt, Vorstand für Recht und Integrität beim Autobauer Daimler. Dabei sind die Spielarten und Motive illegaler Anbahnungspraktiken vielfältig, wie laufende Verfahren auch gegen deutsche Unternehmen zeigen: Mal geht es Bestechungsgelder, um den Verkauf von U-Booten anzuschieben, mal um eine 100-Millionen-Dollar-Verführung, damit ein Milliardenauftrag für Ausweise herausspringt. Abschreckende Beispiele und das scharfe Einschreiten der US-Börsenaufsicht seien zentrale Treiber einer stärkeren Wachsamkeit, sagt Edda Müller, Chefin der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International Deutschland.

Die höchsten Manager-Abfindungen

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Wirtschaftliche Schäden von Korruption ziehen dabei große Kreise. Bei Bauprojekten komme es häufig zu Pfusch, sagt Müller. “Es wird schlechteres Material verwendet, um Zahlungen, die man geleistet hat, wieder herauszuholen.“ Unkalkulierbare Summen drohen ertappten Firmen durch Strafzahlungen und die Kosten zur Aufarbeitung eines Skandals. Bei Siemens seien so 2,2 Milliarden Euro zusammengekommen, berichtet Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel, der als Anti-Korruptions- Beobachter für den Konzern tätig ist. “Bestechung ist unrentabel.“

Noch schwerer als finanzielle Verluste wiegen indirekte Schäden, wie die Prüf- und Beratungsgesellschaft PwC erläutert: Kratzer am Image des Unternehmens oder ein gestörtes Verhältnis zu Behörden und Geschäftspartnern. Korrektes Geschäftsgebaren entwickele sich denn auch zusehends zu einem Produktivitätsfaktor. Eigene Leitlinien für die Einhaltung von Regeln (“Compliance“) hatte zuletzt schon jedes zweite deutsche Großunternehmen, wie PwC bei 800 befragten Firmen ermittelte. Vorreiter sind demnach Maschinenbau und Energiebranche, während Logistik und Pharmaindustrie noch hinterherhinkten.

Wer ist im DAX?

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Eine größere Compliance-Organisation hat auch die Deutsche Bahn aufgebaut, nachdem die Affäre um massenhaft erfasste Mitarbeiterdaten im Namen der Korruptionsbekämpfung den Konzern erschüttert hatte. “Wir sind ein verlockendes Ziel für kriminelle Fantasien“, sagt der zuständige Vorstand Gerd Becht mit Blick auf das Einkaufsvolumen von mehr als 20 Milliarden Euro im Jahr. Wie mit “Zuwendungen“ umzugehen ist, hat die Bahn auch für ihre internationalen Töchter festgelegt: Kaffeebecher und Kalender sind unproblematisch. Wenn Geschäftspartner aber etwa auch private Begleiter mit einladen wollen oder Zuwendungen regelmäßig werden, sei “besondere Vorsicht“ geboten.

Beschäftigte sollten indes auch nicht in der Furcht leben, dass Richtlinien wie ein Damoklesschwert über ihnen schwebten, sagt Daimler-Managerin Hohmann-Dennhardt. Das Regelwerk des Konzerns mit mehr als 1800 Einzelbestimmungen will sie daher stark lichten. Bei Korruption oder Betrug müsse null Toleranz gelten. Generell sollte aber Verhältnismäßigkeit gelten: Verdächtige hätten Anspruch darauf, früh angehört zu werden und dass Verdienste ums Unternehmen nicht vergessen werden. Denn jeder zweite Hinweis bestätige sich nicht.

dpa

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