Konzertkarten aus dem Internet daheim am PC ausdrucken

- München - Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und neue Vertriebswege über das Internet versetzen dem Ticketvermarkter CTS Eventim einen enormen wirtschaftlichen Schub. Anfang 2006 will Eventim mit einer Plattform zum Wiederverkauf von WM-Tickets online sein. Damit will sich Eventim gegen Online-Auktionshäuser wie beispielsweise E-Bay positionieren, erklärte CTS-Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg. Bereits ab Dezember sollen Kunden mit "Ticketdirect" Karten auch daheim auf dem PC ausdrucken können. In den ersten neun Monaten 2005 hat der Konzern sein Ergebnis nach Steuern auf 10,3 Millionen Euro nahezu verdoppelt.

Nach langem Überlegen habe sich der Fußballweltverband Fifa entschlossen, den Wiederverkauf von WM-Tickets offiziell zu erlauben, berichtete Schulenberg bei der Veröffentlichung der Konzernzahlen für das dritte Quartal 2005 (siehe Kasten). CTS Eventim stellt dafür die Internet-Plattform und die Software bereit. "Wir werden eine einfache und sichere Möglichkeit bieten, die personalisierten Eintrittskarten zu verkaufen oder auf andere Personen zu übertragen", erklärte Schulenberg. Er rechne damit, dass, nachdem am 9. Dezember die Spielpaarungen feststehen, Karten für eher unattraktive Partien zurückgehen.

Die Karten für die WM sollen über das Eventim-Portal zum tatsächlichen Nennwert den Besitzer wechseln, zuzüglich einer Gebühr. Diese liege zwischen fünf und zehn Euro, jeweils zur Hälfte von Anbieter und Käufer zu zahlen. Schulenberg rechtfertigte diesen - von der Fifa festzulegenden - Zuschlag damit, dass für CTS Eventim beim Umschreiben der Tickets erheblicher Verwaltungsaufwand entstünde. "Dafür kann der Käufer sicher sein, dass er mit dem Ticket ins Stadion kommt", so Schulenberg.

Diese Wiederverkaufs-Plattform will Eventim schrittweise auf alle rund 85 000 angebotene Musik- und Sportveranstaltungen ausweiten. Hier soll es dann auch die Möglichkeit von Auktionen geben. Ebenfalls gegen eine Gebühr von fünf bis zehn Euro.

Mit Ticketdirect können Kunden künftig Eintrittskarten zu Hause ausdrucken oder sich auf das Handy schicken lassen. "Und das bis kurz vor Öffnung der Abendkasse", sagte Schulenberg. Besonderes Papier zum Ausdrucken sei nicht notwendig, Sicherheit biete ein Strichcode. Bei Ticketdirect kommt auf den Käufer eine Service-Gebühr von sechs Euro zu.

Die zusätzlichen Einnahmen durch die neuen Distributionswege über das Internet werden wohl "signifikant in Umsatz und Ergebnis" einfließen, erklärte Schulenberg. Bis Ende des Jahres rechnet der CTS-Chef mit 100 Millionen Besuchern der bestehenden Online-Portale. Das Wachstumspotential im Internet-Verkauf hat bereits in den ersten neun Monaten dieses Jahres dazu geführt, dass der Umsatz in der Sparte Ticketing um 67,8 Prozent auf 43,6 Millionen Euro zulegte. Der Bereich Live Entertainment verzeichnete einen Zuwachs von 4,1 Prozent auf 141,8 Millionen Euro.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Müllmänner in Griechenland streiken - Gesundheitsgefahren befürchtet
In Athen türmen sich die Müllberge, weil die Arbeiter streiken. Die Hitzewelle erhöht das Risiko für die Ausbreitung von Krankheiten, warnt das Gesundheitsministerium.
Müllmänner in Griechenland streiken - Gesundheitsgefahren befürchtet
Mit diesem Trick will Amazon das Rücksende-Problem lösen 
Online-Shopping wird immer beliebter, aber Rücksendungen werden zunehmend zum Problem. Amazon hat sich nun einen Trick überlegt, von dem auch Kunden in Deutschland …
Mit diesem Trick will Amazon das Rücksende-Problem lösen 
Schlechte Stimmung bei Audi: Manager beklagen „desaströse Nicht-Entscheidungen“
Bei Audi gibt es dicke Luft: Manager des Autobauers äußern nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ in einem internen Papier harsche Kritik am Vorstand und an Chef …
Schlechte Stimmung bei Audi: Manager beklagen „desaströse Nicht-Entscheidungen“
Lufthansa-Chef sieht aktuell keine Übernahme von Air Berlin
Air Berlin hat Schulden von über einer Milliarde Euro. Die will sich die Lufthansa nicht aufhalsen. Eine Übernahme der Berliner durch die Frankfurter bleibt also …
Lufthansa-Chef sieht aktuell keine Übernahme von Air Berlin

Kommentare