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Nokia-Chef Elop (li.) und Microsoft-Chef Steve Ballmer freuen sich über die Kooperation - Angestellte und Investore üben Kritik.

Kooperation mit Microsoft - Kritik an Nokia-Chef

Barcelona - Nokia-Chef Stephen Elop hatte stolz eine Kooperation mit Microsoft im Bereich Smartphones verkundet. Nun sieht er sich mit Kritik von Angestellten und Investoren konfrontiert.

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Nokia-Chef Stephen Elop sieht sich nach der geplanten engen Kooperation mit dem US-Konzern Microsoft mit der Kritik von Angestellten und Investoren konfrontiert. Nokia hatte vergangenenFreitag angekündigt, in Smartphones als Betriebssystem künftig Windows 7 einsetzen zu wollen, um nach eigener Aussage mehr Innovation und eine größere globale Reichweite zu erzielen. Kurz nach Bekanntgabe der Pläne hatten Nokia-Mitarbeiter aus Protest ihren Arbeitsplatz früher verlassen. Der Kurs von Nokia stürzte um 14 Prozent ab.

Bei der weltweit größten Mobilfunkmesse in Barcelona, die am Montag ihre Pforten öffnete, verteidigte Elop die geplante Zusammenarbeit mit Microsoft. So werde der Deal Nokia Milliarden einbringen erklärte Elop, der früher bei Microsoft arbeitete.

Mit der Kooperation der beiden Unternehmen werde eine neue Qualität von Smartphones entstehen, die die gesamte Industrie verändern werde, sagte Elop am Montag auf dem Mobile World Congress in Barcelona.

Mit Nokia habe Microsoft einen sehr mächtigen Partner gefunden, sagte Ballmer, von dem nicht nur Nokia, sondern das gesamte “Ökosystem Windows Phone“ profitieren werde. “Nokia hat unglaubliche Fähigkeiten“, sagte Ballmer. Die Partner wollen ab diesem Jahr gemeinsam eine breite Palette verschiedener Geräte mit Windows-Phone-Betriebssystem in allen Preiskategorien auf den Markt bringen.

“Mitarbeiter auf einer emotionalen Reise“

Mit Blick auf die künftige Situation der Angestellten von Nokia sagte Elop der Nachrichtenagentur AP: “Jeder Angestellte ist auf einer emotionalen Reise. Diese ist derzeit schwierig, weil die Veränderungen so einschneidend sind.“

Elop hatte die Mitarbeiter schon auf den bevorstehenden Einschnitt vorbereitet. Firmenintern soll er erklärt haben, Nokia gleiche einer brennenden Ölbohrinsel, und Angestellten geraten haben, abzuspringen und sich einen sichereren Ort zu suchen.

Die firmeninterne Mitteilung sorgte unter Analysten für Aufsehen. Nokia sei nun von der brennenden Ölbohrinsel in Eiswasser gesprungen, sagte Richard Windsor, Analyst bei Nomura Securities. Dennoch sei aber nicht sicher, ob das Rettungsboot angesichts zahlreicher Raubfische wieder an die Wasseroberfläche komme, erklärte er.

In Finnland hatte die neue Partnerschaft am Wochenende für viel Aufregung gesorgt und Sorgen um einen Ausverkauf des einstigen Marktführers geschürt. Medien berichteten ausführlich darüber, dass der ehemalige Microsoft-Manager Elop keine einzige Aktie seines neuen Unternehmens halte, dafür aber weiter ein umfangreiches Paket Microsoft-Anteile. Elop hatte bereits massive Stellenstreichungen auch in Finnland angekündigt.

Sinkende Marktanteile

Nokia ist mit 432 Millionen verkauften Geräten im Jahr 2010 immer noch der weltweit größte Handyhersteller. Allerdings ging der Marktanteil von 41 Prozent im Jahr 2008 auf 31 Prozent im letzten Quartal von 2010 zurück.

Zuletzt hatte Nokia seine dominante Führung immer mehr eingebüßt. So haben vor allem bei den populären Smartphones mit Apple und Google längst andere das Sagen.

Microsoft konnte mit Windows Phone 7 erst im Oktober vergangenen Jahres ein konkurrenzfähiges Betriebssystem präsentieren, das sich am Markt noch gegen das iPhone von Apple und Googles Android-System durchsetzen muss. Analysten zufolge profitiert Microsoft aber mehr von der Kooperation als Nokia.

ap/dpa

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