Kopper: Daimler ist nicht von Übernahme bedroht

- Stuttgart - Der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende von Daimler-Chrysler, Hilmar Kopper, sieht den Autokonzern nicht von einer Übernahme bedroht. "Vor einer Übernahme habe ich keine Sorge. Wenn das Unternehmen anständig geführt wird und an der Börse gut bewertet ist, dann ist Daimler immer noch ein schwerer Brocken", sagte der 72-jährige Kopper der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der Ex-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank leitet am kommenden Mittwoch seine letzte Hauptversammlung bei Daimler-Chrysler.

Kopper kritisierte gegenüber dem Blatt die Geschäftspolitik des früheren Daimler-Chefs Edzard Reuter in der ersten Hälfte der neunziger Jahre. "Damals wurden Milliarden verloren, der Aktienkurs halbierte sich", sagte er. Die von Reuter-Nachfolger Jürgen Schrempp betriebene Fusion mit Chrysler bewertet Kopper dagegen nicht als Fiasko. Niemals sei Geld von Stuttgart nach Detroit geflossen, und in sechs von neun Jahren habe Chrysler Gewinne erzielt. Unter dem Strich stehe ein Milliardengewinn.

Unterdessen kann Daimler-Chrysler nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" offenbar mit mehr Geld für seine angeschlagene US- Sparte Chrysler rechnen als bislang erwartet. Der Verkauf der amerikanischen Chrysler-Gruppe könnte "zwischen sechs bis neun Milliarden Dollar" in die Konzernkasse spülen. Die Investmentbank Goldman Sachs hatte zuletzt einen Verkaufserlös von etwa sechs Milliarden Dollar für möglich gehalten.

Wie die Zeitung weiter berichtet, hat die US-Beteiligungsgesellschaft Cerberus am Freitag ein Angebot für Chrysler abgegeben. Cerberus ist den Angaben zufolge vor allem an der Finanzsparte des Konzerns interessiert.

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