DIW korrigiert Prognosen nach unten

Berlin - Angesichts der schwächelnden Konjunktur in Deutschland hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) seine Wachstumsprognosen nach unten korrigiert.

Im laufenden Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dank eines kräftigen ersten Halbjahres noch um 2,8 Prozent zulegen, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner am Donnerstag in Berlin. Im August hatte das Institut noch ein Wachstum von 3,0 Prozent vorausgesagt.

Rosige Zeiten kommen den Forschern zufolge im nächsten Jahr nicht auf die Wirtschaft zu. Für 2012 geht das Institut nur noch von einem Wachstum von 1,0 Prozent aus - 0,8 Prozentpunkte weniger als in seiner Juliprognose.

Zunehmende Verunsicherung

Als Grund für die Entwicklung nennt das Institut die “zunehmende Verunsicherung der Verbraucher und Unternehmen“, obwohl in Deutschland noch eine “relativ gute wirtschaftliche Lage“ vorherrsche. Die “ausgesprochen große Verunsicherung“ werde sich im Winterhalbjahr aber auf die Produktion durchschlagen, sagte Fichtner.

Die Forscher verwiesen auch auf die Haushaltslage in den USA und die Schuldenkrise im Euroraum. Für die Weltwirtschaft sagte das Institut für dieses und nächstes Jahr ein Wachstum von rund vier Prozent voraus.

Die Probleme in Deutschland gebe es auch in vielen weiteren Industrieländern. “Die Zeit des großen Aufschwungs ist vorbei“, betonte Fichtner. “Vor allem in den westlichen Industrieländern dürfte die Wirtschaft gefährlich nahe an eine Stagnation herankommen.“

“Die Schuldenkrise belastet die deutsche Wirtschaft“, sagte DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. “Wenn es nicht bald eine glaubwürdige Lösung der Schuldenkrise gibt, werden sich die Verbraucher beim Konsum zurückhalten und die Unternehmen ihre Investitionen auf Eis legen.“

Die konjunkturelle Abkühlung wird laut DIW auch den Arbeitsmarkt betreffen. Die Arbeitslosenquote in Deutschland werde zunächst nicht weiter zurückgehen und 2011 und 2012 bei etwas über sieben Prozent liegen. Die Beschäftigung werde vorübergehend leicht zurückgehen.

dapd

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