Korruptionsprozess gegen Siemens-Manager

München - Im Siemens-Schmiergeldskandal wird heute zwei weiteren Managern der Prozess gemacht. Sie müssen sich wegen Untreue und Beihilfe zur Bestechung in Millionenhöhe verantworten.

Ein früherer Vorstand der Telekommunikationssparte und ein Buchhalter müssen sich wegen Untreue und Beihilfe zur Bestechung in Millionenhöhe vor dem Landgericht München verantworten.

Der Exvorstand Michael K. soll einem ihm unterstellten Direktor freie Hand zum Aufbau schwarzer Kassen gelassen haben. Für Aufträge seien daraus Bestechungsgelder in Millionenhöhe an nigerianische Minister und die Chefs russischer Telefongesellschaften geflossen. Die Schmiergeldzahlungen seien mit Beraterverträgen, Scheinrechnungen und Briefkastenfirmen getarnt worden.

Dubiose Zahlungen über 1,3 Milliarden Euro

Beide Angeklagte sind geständig. Das Urteil soll bereits am dritten Prozesstag verkündet werden. Die Verteidigung hofft auf Bewährungsstrafen. Mehrere ehemalige Mitarbeiter der Siemens-Kommunikationssparte wurden schon zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Gegen den früheren Bereichschef und Siemens-Vorstand Thomas Ganswindt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Die Ermittlungen gegen weitere Vorstände laufen noch. Der größte Korruptionsfall der deutschen Wirtschaft wurde 2006 aufgedeckt. Die Ermittler fanden dubiose Zahlungen über 1,3 Milliarden Euro. Die Affäre hat Siemens 2,5 Milliarden Euro gekostet.

DAPD

Rubriklistenbild: © dpa

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