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Korruptions-Skandal: Aufklärung kostet Siemens halbe Milliarde Euro

München - Die Aufarbeitung des milliardenschweren Schmiergeld-Skandals ist Siemens im abgelaufenen Geschäftsjahr teuer zu stehen gekommen.

Insgesamt seien Aufwendungen in Höhe von 510 Millionen Euro für externe Berater sowie für Maßnahmen zur Beseitigung von Schwächen des internen Kontrollsystems angefallen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Für das vierte Quartal meldete das Unternehmen 89 Millionen Euro. Im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen seien die Kosten damit allerdings deutlich gesunken, erklärte Siemens.

Zwischen April und Juni waren es noch 119 Millionen Euro und im Quartal davor 175 Millionen Euro. Als Gründe für die rückläufigen Belastungen nannte das Unternehmen den Aufbau der internen Organisation zur Einhaltung von Gesetzen und Regeln (Compliance), die zunehmend die Aufgaben externer Berater übernehme, sowie die Fortschritte bei der Schaffung neuer Kontrollsysteme. "Die Kosten für externe Compliance-Berater werden künftig weiter sinken", hieß es.

Der Konzern stellt sich wegen des größten Korruptionsskandals in der deutschen Wirtschaftsgeschichte auf Strafen in Höhe von rund einer Milliarde Euro ein und bucht dafür eine entsprechende Rückstellung im abgelaufenen Geschäftsjahr. Seit vielen Monaten steht der Konzern mit der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC in Verhandlungen, außerdem laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München in mehreren früheren Bereichen des Unternehmens. Bisher hat die Aufarbeitung des Skandals angesichts von Strafen, Beraterkosten und Gewinnabschöpfung rund 1,5 Milliarden Euro gekostet. Einschließlich der nunmehr erwarteten Strafzahlungen würden die Kosten mit 2,5 Milliarden Euro zu Buche schlagen.

In der Compliance von Siemens arbeiten nach Unternehmensangaben mittlerweile weltweit rund 520 Mitarbeiter. Im Jahr 2006, als der Korruptions-Skandal ins Rollen gekommen war, zählte der Konzern in diesem Bereich weltweit rund 80 Mitarbeiter, darunter viele als Teilzeitkräfte. Mit dem neuen System will der Konzern künftig "systematisches Fehlverhalten" verhindern. Im größten Schmiergeld- Skandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte geht es um schwarze Kassen und dubiose Zahlungen von rund 1,3 Milliarden Euro, die vermutlich zur Erlangung von Aufträgen im Ausland eingesetzt wurden.

dpa

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