Korruptionsverdacht bei Opel

- Darmstadt - Wegen Korruptionsverdachts im Rüsselsheimer Opel-Werk hat die Staatsanwaltschaft Darmstadt Ermittlungen gegen mehrere Mitarbeiter aufgenommen. Am Dienstag wurden Wohnungen und Geschäftsräume in Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern durchsucht. Insgesamt werde gegen 26 Beschuldigte ermittelt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Ger Neuber. Sie sollen beim Abbau von Fertigungslinien für die Modelle Vectra und Omega ein teures Abbruchunternehmen begünstigt und dadurch den Autohersteller geschädigt haben.

"Der Schaden liegt möglicherweise im sechsstelligen Bereich", sagte Neuber.

Unter den Verdächtigen sind laut Neuber derzeitige und ehemalige Opel-Mitarbeiter sowie ein Unternehmer aus der Nähe von Trier. Zu den möglichen Delikten gehörten Angestelltenbestechung, Bestechlichkeit, Untreue, Betrug und Unterschlagung. Durchsucht wurden einer gemeinsamen Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei zufolge Wohnungen der Beschuldigten sowie ihre Arbeitsplätze im Rüsselsheimer Werk und die Geschäftsräume einer Demontagefirma. Dabei stellten die Ermittler Papiere und Computer sicher.

Der Autobauer Opel sicherte der Staatsanwaltschaft Unterstützung bei der Aufklärung zu. "Unsere strengen internen Kontrollen haben ihre Wirksamkeit gezeigt", sagte Opel-Chef Hans Demant. Die Ermittlungen gingen auf eine Anzeige des Unternehmens zurück. Interne Untersuchungen hätten Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Demontage und Verschrottung von früheren Produktionslinien ergeben. Gegen die beteiligten Mitarbeiter würden disziplinarische Schritte eingeleitet, erklärte Demant.

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