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Korruptionsvorwürfe gegen VW- und Audi-Mitarbeiter

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- Ingolstadt/Wolfsburg - In der neuen Korruptionsaffäre in der Automobilwirtschaft will die VW-Tochter Audi eng mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. «Wir unterstützen natürlich die Nachforschungen der Staatsanwaltschaft», sagte ein Audi-Sprecher in München.

Auch der französische Zulieferer Faurecia will umfassend mit der deutschen Justiz zusammenarbeiten, «um Licht in die Sache zu bringen». Das kündigte Faurecia-Chef Pierre Lévi in Paris bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen seines Unternehmens an.

«Es ist im Interesse von Faurecia, dass diese Affäre völlig aufgeklärt wird», sagte Lévi. «Vor dem Hintergrund unserer Zusammenarbeit mit der deutschen Justiz werde ich bis zum Abschluss der Untersuchungen keine Erklärungen abgeben, weder um Informationen in der Presse zu bestätigen noch um sie zu entkräften», fügte er an.

Laut Medienberichten stehen ein Audi-Beschäftigter und ein inzwischen pensionierter Bereichsleiter von VW im Verdacht, Schmiergeld von Faurecia kassiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt. Der verdächtige Audi-Mitarbeiter soll nach Informationen des «Spiegel» mindestens 160 000 Euro erhalten haben.

Die «Frankfurter Rundschau» berichtet unter Berufung auf die Behörde sogar von «Untersuchungen gegen einen Kreis von 20 Personen». Es geht nach bisherigem Ermittlungsstand um Zahlungen von 600 000 bis 800 000 Euro im Jahr.

Ein ehemaliger VW-Bereichsleiter soll Zahlungen von 139 000 Euro eingeräumt haben, die er in bar bekommen habe. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Beamten 70 000 Euro versteckt im Heizungskeller. Als Gegenleistung soll er den Zulieferer Faurecia bei der Vergabe von Aufträgen für die Innenausstattung von VW-Modellen bevorzugt haben.

Faurecia ist mit elf Milliarden Euro Umsatz und 60 000 Beschäftigten einer der größten Zulieferer der Autoindustrie. Auch Einkaufsmanager anderer Autokonzerne, die möglicherweise ebenfalls kassiert haben, müssen dem «Spiegel» zufolge mit ihrer Enttarnung rechnen.

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