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Die Kosten der Gesundheit: Wie Patienten sparen können

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- Ob die Krankenkassen die Beiträge ab 1. Juli wegen des Überschusses von 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2004 senken, steht noch in den Sternen. Fest steht jedoch: Ihr Kunde, der Patient, bleibt auf jeden Fall auf einem bestimmten Kostenanteil sitzen. Hier einige Tipps, wie Patienten sparen können.

Arztkosten 

Planen Sie, wenn möglich, einen Arztbesuch am Anfang des Quartals, sodass eventuelle weitere Kontrollbesuche ins selbe Quartal fallen und damit nicht noch einmal die Praxisgebühr von zehn Euro fällig wird. Wer Ende März zum Arzt geht und Anfang April noch einmal, der zahlt zweimal, weil der April schon ins zweite Quartal gehört.

 

Das Hausarztmodell 

Die AOK Bayern startet zum 1. April ein so genanntes Hausarztmodell, an dem sich Versicherte freiwillig für mindestens ein Jahr beteiligen können. Wer sich verpflichtet, grundsätzlich zunächst den Hausarzt aufzusuchen, der dann gegebenenfalls zu Fachärzten überweist, zahlt nur noch 10 Euro Praxisgebühr im Jahr. Ausnahmen gelten bei Augen- und Frauenärzten, diese darf man direkt konsultieren. Der Patient spart 30 Euro, die bei quartalsweise erfolgender Bezahlung fällig würden.

 

Medikamente

Fragen Sie als gesetzlich versicherter Patient Ihren Arzt, welches Medikament er verordnen möchte und welche Kosten damit auf Sie zukommen. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, auf ein Präparat mit demselben therapeutischen Nutzen zurückzugreifen, dessen Kosten voll von der Kasse gedeckt sind. Der Arzt ist verpflichtet, auf die Differenzzahlung hinzuweisen. Apotheken dürfen im Zuge der Gesundheitsreform die Preise für nicht verschreibungspflichtige Medikamente selbst festlegen. Es lohnt sich also, einen Preisvergleich in verschiedenen Apotheken anzustellen.

 

Zahnarzt 

Um Kosten beim Zahnersatz zu sparen, sollte man mit seinem Zahnarzt vereinbaren, dass er ein günstiges Labor beauftragt. Denn die Labor- und Materialkosten sind oft mit der größte Posten auf der Gesamtrechnung. Die Krankenkassen dürfen ihre Mitglieder sogar auf günstige Anbieter verweisen.

Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach einem Bonusheft. Denn regelmäßige Kontrollbesuche und eine gute Mundhygiene werden sich auch in Zukunft auszahlen. Der Festzuschuss erhöht sich um 20 Prozent, wenn der Patient über fünf aufeinanderfolgende Jahre hinweg jedes Jahr einmal beim Zahnarzt zur Kontrolle war. Bei zehn aufeinanderfolgenden Jahren gibt es sogar 30 Prozent.

Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt vor der Behandlung einen gebührenfreien Heil- und Kostenplan aufstellen und legen diesen der Krankenkasse vor. Auf diese Weise kann man im Vorfeld abschätzen, wie hoch der Eigenanteil sein wird, den man selbst bezahlen muss.

 

Hilfsmittel 

Fragen Sie Ihre Kasse nach Lieferanten, die zum Beispiel Hörgeräte zum Festpreis abgeben. Viele Kassen, so etwa die DAK, haben auch Verträge mit Hörgeräteakustikern mit besonderen Konditionen. Wenden Sie sich grundsätzlich vor Anschaffung eines Hilfsmittels an Ihre Krankenkasse. Dort erfahren Sie, wie viel die Kasse bezahlt und wie Sie am besten an das Hilfsmittel kommen.

 

Bonusmodelle

 Um Kosten zu sparen, fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach Bonusmodellen. Versicherte, die aktiv etwas für ihre Gesundheit tun, wie etwa Gewicht reduzieren oder das Rauchen aufgeben, werden mit solchen Systemen belohnt. Einige Kassen bieten Sachleistungen, andere reduzieren die Zuzahlungen.

 

Freibeträge

Die Beträge, die der Patient aus eigener Tasche für seine Gesundheit bezahlen muss, sind immens geworden. Allerdings gibt es Belastungsgrenzen. Vom Jahresbruttoeinkommen sind für jedes Kind 3648 Euro und für den Ehepartner 4347 Euro abzuziehen. Erst danach bemisst sich die Belastungsgrenze, die bei zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens liegt, chronisch Kranke zahlen ein Prozent (siehe Tabelle).

 

Fiskus beteiligen 

Wer sich nicht von den Zuzahlungen befreien lassen kann, hat zumindest die Chance, die Ausgaben für die Gesundheit steuerlich geltend zu machen. Grundsätzlich können sämtliche Kosten, die bei der Heilung oder Linderung einer Krankheit entstehen, als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden. Belege sammeln (Arztrechnungen, Belege über Krankenhausaufenthalte, Rezepte, Rechnungen über Zahnersatz, Brillen, Arzneien, die nicht im Leistungskatalog stehen). Allerdings bleibt der Patient immer auf einem Eigenanteil sitzen. Denn es gilt eine zumutbare Belastung, deren Höhe vom Einkommen abhängt. Erst wenn diese überstiegen wird, greift die Steuerminderung. Beispiel: Bei einem Einkommen von 25 000 Euro muss ein Paar mit zwei Kindern drei Prozent, also 750 Euro aus eigener Tasche für die Gesundheit aufwenden. Bei 1000 Euro Kosten kann der Steuerzahler also nur 250 Euro als außergewöhnliche Belastung absetzen.

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