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Innenministerin Faeser rät Deutschen, Notvorrat anzulegen – doch der ist für Hartz-IV-Bezieher unbezahlbar

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Von: Lisa Mayerhofer

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Innenministerin Nancy Faeser empfiehlt den Deutschen, einen Notvorrat für zehn Tage anzulegen. Doch Hartz-IV-Empfänger können sich Lebensmittel in dieser Größenordnung nicht leisten.

Berlin – Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) rät den Deutschen vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges zur Vorsorge für den Krisenfall. „Denken Sie zum Beispiel an Cyberattacken auf kritische Infrastruktur“, sagte die SPD-Politikerin dem Handelsblatt. „Wenn tatsächlich mal länger der Strom ausfällt oder das tägliche Leben auf andere Art und Weise eingeschränkt wird, dann ist es auf jeden Fall sinnvoll, einen Notvorrat zu Hause zu haben.“ Faeser verwies in dem Zusammenhang auf eine vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz veröffentlichte Liste.

Notvorrat anlegen: Diese Lebensmittel stehen auf der Liste

Diese Liste soll den Bürgern eine Hilfestellung geben, einen Notvorrat für zehn Tage anzulegen und beinhaltet pro Person folgende Mengen für verschiedene Nahrungsmittel:

Notvorrat anlegen: Für Hartz-IV-Empfänger nicht bezahlbar

Einen Notvorrat dieser Größenordnung muss man sich aber erst einmal leisten können: Vor allem Familien mit geringem Einkommen oder im Hartz-IV-Bezug werden dabei vor einer großen Herausforderung stehen – zumal auch an einen passenden Medikamentenvorrat gedacht werden sollte. Angesichts der steigenden Lebensmittelpreise ist es für sie kaum leistbar, aus dem Stand einen kompletten Notvorrat anzulegen.

Dem Portal Hartziv.org zufolge kostet der vom Bundesamt vorgeschlagene Notvorrat aktuell etwa 356 Euro für eine vierköpfige Familie. Der vorgesehene Betrag für Lebensmittel und Getränke bei einem Regelsatz für einen alleinstehenden Hartz-IV-Empfänger beläuft sich jedoch auf nur 155,82 Euro – also nicht einmal die Hälfte. Außerdem müssen davon die laufenden Kosten für Essen und Trinken abgedeckt werden. Hilfe vom Staat beim Anlegen eines Notvorrats gibt es bisher nicht; mit dem von der Ampel geplanten Zuschuss für Hartz-IV-Bezieher sollen ja vor allem die höheren Energiekosten abgedeckt werden.

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Notvorrat anlegen: bisher keine Hilfe vom Staat für Hartz-IV-Empfänger

Das bedeutet, dass Hartz-IV-Bezieher einen langen Atem brauchen und strikt sparen müssen, wenn sie einen Notvorrat anlegen möchten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rät in so einem Fall: „Bevorraten Sie nach Ihren individuellen Möglichkeiten. Es muss nicht sofort der Zehn-Tages-Vorrat sein, auch ein Vorrat für drei oder vier Tage ist schon in vielen Situationen hilfreich.“

Man könne zum Beispiel gezielt zu Sonderangeboten greifen und den Vorrat Stück für Stück auffüllen. Für Hartz-IV-Empfänger bleibt damit aber das Problem, dass sie sicher Monate brauchen werden, um den empfohlenen Notvorrat anzulegen. Mit Material der dpa

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