Kostendruck lässt Bierpreis steigen

- München - Der Bierpreis - das zeigt die Historie - ist in Bayern ein heikles Thema. Deshalb äußert sich der Bayerische Brauerbund stets zurückhaltend zur Frage, ob Biertrinker künftig mehr bezahlen müssen. Doch alle Anzeichen deuten darauf hin: Bier wird heuer teurer.

Die Branche beklagt deutlich höhere Kosten. Die Beschäftigten der Brauindustrie erhalten dank eines entsprechenden Tarifabschlusses im Herbst 1,6 Prozent mehr Lohn. Gleichzeitig hat sich die Energie extrem verteuert. "Der Mälzungsprozess, der Brauprozess selbst, die Reinigung und Befüllung der Mehrweggebinde und der Transport des Bieres sind relativ energieintensiv", erklärte der Präsident des Bayerischen Brauerbundes, Michael Weiß. Deshalb würden "die beachtlichen Steigerungen der Kosten für Gas und Erdöl wie auch des Strompreises das Braugewerbe hart treffen".

Und diese Belastung können viele Brauereien wohl nicht kompensieren. Sie werden sie an die Verbraucher weitergeben. Zwar hänge dies von der Kalkulation jedes einzelnen Betriebs ab, sagte Weiß. "Fest steht jedoch, dass die Schärfe des Wettbewerbs im heimischen Biermarkt die Ergebnisse vieler Unternehmen so gedrückt hat, dass sie kaum umhinkommen werden, die Preisentwicklung der Entwicklung der Kosten und Abgaben folgen zu lassen." Das heißt wohl: Der Bierpreis wird steigen.

Und diese Tendenz wird auch durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent zum Januar 2007 aufrechterhalten. Ein zusätzlicher Preisschub droht durch eine mögliche Anhebung der Biersteuer im Rahmen einer EU-weiten Angleichung der Steuersätze (wir berichteten). Zusammengerechnet würden Mehrwert- und Biersteuer-Erhöhung den Kasten um über 60 Cent verteuern, kalkuliert der Brauerbund.

Im vergangenen Jahr konnten die bayerischen Brauereien ihren Absatz leicht auf 22,7 Millionen Hektoliter steigern - allerdings nur dank eines Exportbooms. Während im Inland etwas weniger Bier getrunken wurde, legten die Ausfuhren um 20 Prozent auf 2,6 Millionen Hektoliter zu.

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