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Datenschutz

Kostenlose Auskunft der Schufa: So geht's!

Wie bekomme ich eine kostenlose Auskunft der Schufa? Was weiß die Schufa über mich? Alles zur Schufa-Auskunft erfahren Sie hier.

Kostenlose Auskunft: Schufa macht es Kunden schwer

Ohne Informationen läuft nichts. Das gilt auch bei Geldgeschäften. Kreditinstitute und Unternehmen informieren sich in der Regel vor einem Vertragsschluss über ihre Kunden. Um einschätzen zu können, wie zahlungskräftig die Kunden sind, greifen die Firmen auf die Daten von Wirtschaftsauskunfteien wie Creditreform oder der Schufa zurück. Diese liefern eine Auskunft.

Verbraucher sollten darauf achten, dass ihr gespeichertes Profil stimmt. Denn falsche Angaben können die Kreditwürdigkeit herabsetzen, erklären die Verbraucherschützer. Einmal im Jahr dürfen Verbraucher bei den Wirtschaftsauskunfteien ihre Daten kostenlos abfragen. Von diesem Recht zu einer Schufa-Auskunft sollten Sie auch Gebrauch machen: Wird beispielsweise ein altes, längst aufgelöstes Konto nach wie vor geführt, muss das korrigiert werden.

Verbraucher müssen sich schriftlich an die jeweilige Auskunftei (zum Beispiel Schufa Holding AG, Postfach 10 25 66, 44725 Bochum) wenden. Bei fehlerhaften Daten sollten sie ebenfalls schriftlich um eine Korrektur bitten. Achten Sie darauf, eine Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz zu beantragen. Denn die Schufa bietet auch mehrere andere – allerdings kostenpflichtige Optionen.

Wenn Sie erfahren wollen, welche Daten über Sie gespeichert sind, macht es einem die Schuf nicht gerade leicht. Auf ihrer Internet-Seite www.schufa.de ist die kostenlose Variante, die man einmal jährlich abfragen kann, gut versteckt. So finden Sie das richtige Forumlar für die kostenlose Auskunft der Schufa:

  • Gehen Sie auf die Startseite www.schufa.de
  • Wählen Sie den Bereich „Privatkunden“
  • Hier locken die Möglichkeiten der kostenpflichtigen Auskunft für 18,50 Euro. Wählen Sie stattdessen oben die Option „Auskünfte“.
  • Dann gehen Sie auf den Menüpunkt „Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz.
  • Und wieder versucht die Schufa, Ihnen die Online-Auskunft zu 18,50 Euro schmackhaft zu machen. Sie lassen sich nicht beeindrucken und klicken auf den grauen Button „Jetzt bestellen“.
  • Wenn Sie jetzt auf die Flagge der Sprache klicken, in der sie das Formular haben möchten, öffnet sich eine PDF-Datei, die Sie ausfüllen und abschicken müssen.
  • Auch auf dem Ausdruck lässt es sich die Schufa nicht nehmen, noch einmal ihre kostenpflichtige Auskunft anzubieten. Lassen Sie das Feld einfach frei und unterschreiben Sie dort nicht.
  • Dem Brief müssen Sie nun noch eine Kopie Ihres Ausweises beilegen.

Schufa-Auskunft beschäftigt sogar Bundesverfassungsgericht

Der Fall zu einer Auskunft der Schufa hat sogar das Bundesverfassungsgericht erreicht: Eine Frau aus Hessen bekommt keinen Kredit für den Autokauf, weil sie einen schlechten Schufa-Eintrag hat. Später stellt sich heraus: Es war eine Verwechslung. Fälle wie diese werfen Schlaglichter auf das Scoring – jene statistischen Berechnungen, mit denen Unternehmen und Banken abschätzen, ob sie von Kunden ihr Geld zurückerhalten werden.

Scorings sind ein wachsender Markt, Auskunfteien wie die Schufa Holding AG setzen damit viele Millionen Euro um. Doch die Branche ist in Unruhe. Sie fürchtet schärfere Datenschutzauflagen. Hatten es die Auskunfteien bisher eher klaglos hingenommen, dass mit den Umsätzen auch die Kritik wuchs, gehen sie nun in die Offensive.

In Ministerien und Fraktionen werben die Schufa und andere Auskunfteien mit neuen Studien für ihre Arbeit, bei der geheime Algorithmen die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern errechnen. Es sind Daten, die Millionen Menschen betreffen – meist ohne dass diese es mitbekommen. „Scoring ist ein elementarer Bestandteil jeder Kreditvergabe“, sagt etwa Peter Wacket, Geschäftsführer des Bankenfachverbands.

Wer beim Online-Kauf plötzlich nur per Vorkasse zahlen kann oder für seinen Kredit viel höhere Zinsen bezahlt als die Bankwerbung hoffen ließ, ist möglicherweise einem schlechten Scoring zum Opfer gefallen. Die persönliche Punktzahl (Score) errechnen Auskunfteien wie die Schufa bei ihrer Auskunft etwa aus der Zahlungsmoral, aber auch aus Geschlecht, Alter und Wohnanschrift.

Schufa-Auskunft: Auch Daten für Kreditwürdigkeit

Ein 91-Jähriger hätte es schwer, noch einen Kredit mit zehn Jahren Laufzeit zu bekommen, auch ein schlechtes Wohnumfeld senkt die Chancen – das aber entscheiden die Banken. Schufa, Creditform, Bürgel und andere liefern nur die Daten dafür, wie Thomas Riemann betont, der Geschäftsführer des Verbands „Die Wirtschaftsauskunfteien“.

Sie profitieren auch vom wachsendem Online-Handel. Wo der Händler dem Kunden nicht mehr über den Ladentisch in die Augen blickt, entscheiden Scorings über Vertrauen und Misstrauen. Ohne die Daten könnten Händler ihre Pflichten zur Risikominimierung nicht erfüllen, warnt Christoph Fischer-Wenk, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland. „Dann stünde der Kauf auf Rechnung zum Leidwesen aller vor dem Aus.“

Scoring Grundlage für Auskunft der Schufa

Auch in der Bundesregierung hat das Scoring Unterstützer. „Hierdurch wird nicht nur der Kreditgeber gegen Zahlungsausfälle geschützt, sondern auch der Verbraucher gegen Überschuldung“, betont das Innenministerium vor wenigen Tagen nach einer Anfrage der Linksfraktion. Ähnlich äußert sich eine jetzt veröffentlichte Branchenstudie, die den volkswirtschaftlichen Nutzen betont: ohne Scoring mehr Misstrauen und weniger Kredite.

Doch aus dem Verbraucherschutzministerium kommt Gegenwind. Niemand dürfe zum Opfer irgendwelcher Algorithmen werden, hatte Minister Heiko Maas (SPD) im Frühjahr gefordert und Reformen angekündigt. „Alle Unternehmen, die heute anhand von Kundendaten die Bonität von Verbrauchern einschätzen, sollen künftig verpflichtet werden, dies den Behörden zu melden.“

Im Herbst will das Maas-Ministerium eine eigene Studie vorlegen. In Auftrag gegeben ist sie bei der GP-Forschungsgruppe, die den Auskunfteien schon einmal kein gutes Zeugnis ausstellte, und beim Kieler Datenschützer Thilo Weichert, der seit Jahren gegen die „statistische Verbraucher-Diskriminierung“ angeht.

Das lässt die Unternehmen nichts Gutes ahnen. „Wir befürchten Einschränkungen durch den Gesetzgeber“, sagt Branchenvertreter Reimann. Die Datensammler meinen, dass sie zu Unrecht keinen besonders guten Ruf haben. Der rührt auch aus der Geheimhaltung: Wer anfragt, erfährt zwar, welche seiner Daten gespeichert sind. Aber wie daraus der Score errechnet wird, bleibt unter Verschluss.

Schufa: Auskunft zu 655 Millionen Einzeldaten

Allein die Größe der Bestände lässt manchen Datenschützer schaudern. Die Schufa hat nach eigenen Angaben 655 Millionen Einzeldaten zu mehr als 66,3 Millionen Verbrauchern und 4,2 Millionen Unternehmen gespeichert. 2013 gab sie mehr als 100 Millionen Auskünfte an Firmenkunden. Vor zwei Jahren musste sie nach öffentlicher Empörung die Forschung dazu einstellten, wie man über Netzwerke wie Facebook und Twitter den Lebenswandel der Verbraucher unter die Lupe nehmen könnte.

Die Betroffenen können zwar falsche Daten bei den Auskunfteien monieren, haben sonst aber keinen direkten Einfluss auf ihr Scoring. Dem Verbraucherschutzministerium bleibt daher nur dieser Tipp: „Denken Sie daran: Generellen Einfluss auf seinen Score-Wert hat man auch, indem man Rechnungen zügig begleicht und Raten pünktlich zahlt.“

Von Burkhard Fraune

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