Es kracht im Gebälk von Müller Brot

- Neufahrn - In der Führungsetage der Großbäckerei Müller Brot bröckelt es offensichtlich ganz gewaltig. Nachdem es erst im Herbst zwischen Unternehmensgründer Hans Müller und dem Vorstand Zeugen zufolge heftig gekracht hatte, entzog die Hauptversammlung nun dem am Unternehmen beteiligten Vorstandschef Klaus Ostendorf das Vertrauen. Am Donnerstag will der Aufsichtsrat entscheiden, ob er sich dem Negativ-Votum anschließt.

Ein Unternehmenssprecher wollte zum Hintergrund für die Führungskrise keine Aussagen machen. Indes meldete sich Ostendorf zu Wort: "Entgegen der Darstellung von Herrn Hans Müller senior gab es keine wirksame, von ihm geleitete Hauptversammlung der Müller Brot AG am 19. Februar 2004", erklärte er. Nach seiner Einschätzung ist Müller zudem seit einigen Wochen nicht mehr Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens.<BR><BR>Im vergangenen Sommer hatte Ostendorf, der bereits die angeschlagene österreichische Ankerbrot-Gruppe von Müller Brot übernommen hatte, die Mehrheitsübernahme an dem süddeutschen Backriesen verkündet. Erklärtes Ziel war, gemeinsam mit der Familie Müller die Konsolidierung in der europäischen Bäckereibranche mitzugestalten. Neben dem Erwerb eines Aktienpaketes des Finanzinvestors MOP war auch die Übernahme der Anteile der Familie Müller geplant. Doch es blieb bei einer 35-Prozent-Beteiligung.<BR><BR>Hans Müller bezeichnete im November auf Anfrage den Streit als "Larifari" und nahm Ostendorf, der als enger Freund der Familie galt, in Schutz. Unter der Ägide des als harten Sanierers bekannten Multimillionärs entließ Müller Brot 2003 350 Mitarbeiter. Dieser Vorgang sei nicht Anlass für den Streit in der Unternehmensführung gewesen, sagte der Sprecher.<BR>

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