Kräftiges Auftrags-Plus für Industrie

- Berlin - Die Hoffnung auf einen baldigen Aufschwung hat durch einen überraschend starken Auftragseingang in der Industrie neue Nahrung erhalten. Im Juli konnte die deutsche Industrie im Vergleich zum Vormonat ein preis- und saisonbereinigtes AuftragsPlus von 3,7 Prozent verbuchen. Dies war der dritte Anstieg in Folge und der bislang höchste Wert in diesem Jahr. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) wertete die Zahlen am Dienstag in Berlin als Beweis dafür, dass die Konjunktur "zusehends in Schwung" komme.

Der Auftragseingang ist neben der Produktion einer der wichtigsten Indikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung. Die Zahlen können bei Großaufträgen jedoch von Monat zu Monat stark schwanken. Das Juli-Plus von 3,7 Prozent übertraf jedoch die Erwartung der Experten bei weitem. Nach den positiven AuftragsZahlen für Mai und Juni (jeweils plus 2,3 Prozent) hatten sie im Durchschnitt mit einem Rückgang von einem Prozent gerechnet.

Das kräftige Plus war vor allem der gestiegenen Nachfrage nach deutschen Maschinen und Anlagen aus dem Ausland zu verdanken (plus 7,7 Prozent). Bei den Inlandsbestellungen ging das Ordervolumen im Monatsvergleich dagegen leicht zurück (minus 0,1 Prozent). Clement betonte, damit hätten sich die Voraussetzungen für eine Belebung der Produktionstätigkeit in den kommenden Monaten weiter verbessert. "Neben vielen anderen Indikatoren sprechen jetzt auch die Auftragseingänge eine immer deutlichere Sprache."

Innerhalb der industriellen Hauptgruppen konnten die Hersteller von Investitionsgütern (plus 6,8 Prozent) und die Vorleistungsgüterproduzenten (plus 4,3 Prozent) die kräftigsten Zuwächse verbuchen. Bei den Konsumgüterherstellern gab es noch ein Anstieg um 2,5 Prozent.

Im Zwei-Monats-Vergleich (Juni/Juli gegenüber April/Mai) nahmen die Auftragseingänge bundesweit um 5,4 Prozent zu. Mit einem Plus von 6,6 Prozent war auch hier die Entwicklung im Ausland besser als im Inland. Auch im Jahresvergleich lagen die Bestellungen in der Industrie deutlich höher (plus 6,4 Prozent). Das Auftragsvolumen aus dem Inland lag dabei um 3,4 Prozent höher, die Auslandsbestellungen um 9,5 Prozent.

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