Ein Kräuterparadies zwischen Klosterheilkunde und Chemielabor

- Fischbachau - Brennnessel, Spitzwegerich und Hirtentäschel - über 700 verschiedene Kräuter aus der ganzen Welt werden in der Herbaria Kräuterparadies GmbH in Fischbachau (Landkreis Miesbach) verarbeitet. Das Besondere dabei ist, dass das Traditions-Unternehmen Bio und Pharma kombiniert - Herbaria stellt nicht nur hochwertige Bio-Produkte her, sondern besitzt zudem eine Arzneimittelzulassung.

<P>Neben Gewürzen und Kräutern aus ökologischem Anbau, Bio-Bade-Beuteln, Natur-Farben zum Ostereier- oder Badewasser-Färben, Duftsäckchen und Speiseölen stellt die Firma auch Hustentropfen, Pflanzenpress-Säfte zur Nervenstärkung sowie Fasten- oder Erkältungstee her. "Ein Pfefferminztee wird im Supermarkt als Lebensmittel verkauft und nicht - wie bei uns - auf Inhalts- und Wirkstoffgehalt geprüft", erklärt Elke Winkler, zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Nur wenn die Heilkräuter dem hohen Standard des Arzneimittelrechts entsprechen, dürften sie auch entsprechend deklariert werden, im Fall der Pfefferminze als hochwirksames Magen-, Darm- und Galle-Mittel.</P><P>Sonnenbrille<BR>fürs Gewürzregal</P><P>Zur Heilmittelherstellung wurde die Herbaria 1919 in Philippsburg gegründet. Sie überstand den Krieg und entwickelte sich in der Blütezeit der Chemie. 1980 kam es zum Verkauf. Der Heilpraktiker und Bankkaufmann Joey Haas übernahm die Firma, die 1983 nach Schliersee zog. 2000 verdoppelte sich die Produktionsfläche durch den Umzug nach Fischbachau. Heute arbeiten 30 Mitarbeiter für Herbaria. Tonnenweise werden täglich Kräuter aus Chile, Thailand oder Ungarn nach Oberbayern geliefert. Vom Drogenlager wandern sie ins hauseigene Labor. Thomas Schmidt prüft jede einzelne Charge auf Pestizide, Herbizide und Schwermetalle. Erst nach der Freigabe durch den Chemiker gelangen Lemongras, Lindenblüten und Löwenzahn in den Mischraum, wo aus Mono-Kräutern hauseigene Mischungen hergestellt werden. Dort stehen auch die Mühlen, in denen die Gewürze kurz vor ihrer Abpackung gemahlen werden. In der Arzneimittel- und Teeproduktion sowie der Gewürz- und Ölabteilung werden die Produkte abgefüllt, abgepackt und etikettiert. In meterhohen Regalen lagern mehr als 700 Produkte.</P><P>Herbaria beliefert in erster Linie den Fachhandel wie Bio-Märkte, aber auch Großhändler wie den Ökoring Bayern. Das Unternehmen ist Marktführer bei Bio-Rooibusch-Tee, auch der 6-er Tee von Eva Aschenbacher, einer der renommiertesten Kräuterfrauen Deutschlands, zählt zum Sortiment. Neu sind acht Kräutertee-Mischungen, die nach der Klosterheilkunde entwickelt wurden. Zudem wurde die Herbaria, die drei Millionen Euro im Jahr umsetzt, kürzlich für ihre PET-Streudose ausgezeichnet. "Dabei handelt es sich um eine wiederbefüllbare, durchsichtige Dose mit UV-Schutz", erklärt Einkäufer Erwin Winkler. Durch den "Sonnenbrillen-Effekt" bleiben die Gewürze frisch und verderben nicht durch Lichteinstrahlung.</P><P>Das Unternehmen im Internet:<BR>www.herbaria.de<BR><BR></P>

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