Das Kraftwerk auf dem Dach: So nutzen Sie die Sonne für Ihr Haus

- Angesichts hoher Energiepreise denken viele Bauherren über den Bau einer Solaranlage nach. Diskutiert wird bei dieser Investition in umweltfreundliche Sonnenenergie, ob sie sich wirtschaftlich rechnet. Denn gleich mehrere Faktoren sind hierfür entscheidend: Die Entwicklung der Energiepreise, staatliche Förderungen und die Kosten für die Anschaffung und den künftigen Unterhalt der Anlage.

Eine Solaranlage für die eigenen Bedürfnisse zu planen ist schwierig. Denn Bauherren stehen zur Energiegewinnung mit der Sonne zwei verschiedene Systeme zur Verfügung.

Photovoltaik

Solarstrom gewinnen kann ein Bauherr mit einer Photovoltaik-Anlage. Sie liefert Gleichstrom, der dann in haushaltsüblichen Wechselstrom umgeformt wird. "Der Strom einer Photovoltaik-Anlage wird immer in das öffentliche Netz eingespeist", erläutert Joachim Ogorek vom Solarförderverein Bayern. Der Betreiber erhalte für eine Anlage eine für 20 Jahre garantierte Vergütung vom Stromversorger.

Solarwärme

Nicht verwechselt werden dürfen Photovoltaik-Anlagen mit Solarwärmeanlagen: Bei diesen thermischen Solaranlagen gehen Sonnenkollektoren auf "Sonnenfang". "Solarthermie-Anlagen stellen Warmwasser für den eigenen Haushalt zur Verfügung und können zur Unterstützung der Raumheizung dienen", erklärt Franz Meyer vom BINE Informationsdienst. Auch eine Wärmepumpe kann mit einer Solarwärmeanlage unterstützt werden.

Herzstück einer thermischen Solaranlage sind Sonnenkollektoren: Sie sammeln Sonnenlicht und wandeln es in Wärme um. "Der Flachkollektor ist die am weitesten verbreitete Bauform", sagt John Werner vom Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft. Teurer, aber auch effizienter seien Vakuum-Röhren-Kollektoren. Zur Warmwasserbereitung mit Sonnenenergie genüge für einen Vier-Personen-Haushalt eine Kollektorfläche von etwa acht bis zehn Quadratmetern. Soll mit der Sonne auch geheizt werden, muss die Kollektorenfläche erheblich vergrößert werden.

Solarkollektoren, die Warmwasser erzeugen und die Heizung unterstützen, machen das Haus aber nicht unabhängig von anderen Heizsystemen. Über das Jahr gerechnet lassen sich etwa 50 bis 60 Prozent des Brauchwassers solar erwärmen. Solarsysteme, die zur Unterstützung der Raumheizung genutzt werden, könnten etwa 10 bis 30 Prozent des Gas- und Ölverbrauchs einsparen. Eine Investition in eine Solaranlage, die mit einer Brennwertheizung gekoppelt ist, lohne sich, sagt Werner.

Schon nach acht bis zwölf Jahren habe sich die Investition amortisiert. "Kleine Solarthermie-Anlagen in Einfamilienhäusern rechnen sich selbst bei den jetzigen hohen Preisen für Energie wirtschaftlich eher nicht", bilanziert dagegen Meyer. Sie seien eine gute Investition in die Zukunft, sollten aber bei Maßnahmen zum Energiesparen nicht an erster Stelle stehen. Sind die finanziellen Möglichkeiten begrenzt, sollte im ersten Schritt immer in Dämmung und anschließend in die Modernisierung des Heizsystems investiert werden.

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