Kranke Kinder: Welche Hilfe den Eltern zusteht

München - Welche Unterstützung können berufstätige Mamas und Papas erwarten, wenn ihr Kind oder sie selbst krank werden? Mehr als die meisten Betroffenen denken.

Unbezahlter Urlaub

Falls die Tochter die Röteln bekommt oder der Sohn sich ein Bein bricht, haben berufstätige Eltern zumindest einen Anspruch, unbezahlt von der Arbeit freigestellt zu werden - sofern das erkrankte Kind unter zwölf Jahre alt ist. Dieser Anspruch gilt für alle Arbeitnehmer, auch dann, wenn sie privat krankenversichert sind. Geregelt ist dies im fünften Sozialgesetzbuch (§45).

Krankengeld

Ausschließlich gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf Kinderpflegekrankengeld, wenn sie wegen der Krankheit ihres Kindes zu Hause bleiben müssen. Voraussetzung ist, dass das Kind gesetzlich versichert ist. Und der Arzt muss die Notwendigkeit bescheinigen, dass die Tochter oder der Sohn gepflegt oder betreut wird. "Das muss in der Regel schon am ersten Tag der Krankheit erfolgen", sagt Ines Sebastian von der BKK Gesundheit.

Nach ihrer Erfahrung wird das Angebot viel genutzt: "Besonders wenn wir eine Grippewelle haben, stapeln sich bei uns die Anträge", sagt die Expertin. Ist ein Elternteil allerdings nicht erwerbstätig, so kann der Verdienende in der Regel kein Kinderkrankengeld beanspruchen.

Für jedes Kind werden pro Elternteil bis zu zehn Krankengeld-Tage im Jahr gewährt, für beide Elternteile zusammen also 20 Tage. Bei mehreren Kindern zahlen die Kassen maximal für 25 Tage pro Elternteil, insgesamt also für 50 Tage. Die Kasse übernimmt 70 Prozent des beitragspflichtigen Bruttoentgelts, höchstens jedoch 90 Prozent des Nettoeinkommens des Elternteils, der zu Hause bleibt.

Mit ins Krankenhaus

Falls ein (Klein-)Kind ins Krankenhaus muss, kann dort ein Elternteil mit aufgenommen werden, ohne dass der Familie dadurch Kosten entstehen. Voraussetzung ist, dass eine medizinische Notwendigkeit besteht. Wie die nachgewiesen wird, ist je nach Kasse unterschiedlich.

Haushaltshilfe

Wenn der Elternteil, der den Haushalt führt und die Kinder nach der Schule versorgt, selbst ins Krankenhaus muss, ist bei Familien meist "Land unter". In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte, in deren Haushalt ein versichertes Kind lebt, das jünger als zwölf Jahre oder behindert ist, Anspruch auf Übernahme der angemessenen Kosten für eine Haushaltshilfe.

Wichtig: AOK, Barmer & Co. müssen nach dem Gesetz nur dann eintreten, wenn die Hausfrau oder der Hausmann im Krankenhaus liegt oder in Kur (Reha) ist. Einzelne Kassen bieten jedoch mehr und übernehmen die Kosten für Haushaltshilfen auch dann, wenn die Hausfrau oder der Hausmann krank zu Hause liegt und sich nicht um Kinder und Haushalt kümmern kann.

Haushaltshilfen findet man meist über die Wohlfahrtsverbände. Doch auch Nachbarn, Freunde oder Verwandte können oft als - bezahlte - Haushaltshilfen einspringen. Wenn der Ehepartner, Verwandte oder Verschwägerte (bis zum 2. Grad) im Haushalt des erkrankten Elternteils aushelfen, kommen die Kassen unter Umständen für den Verdienstausfall und Fahrtkosten auf.

Ein (verdienender) Ehemann kann also beispielsweise für die Zeit, in der er für seine erkrankte Frau bei der Kinderbetreuung einspringt, 14 Tage unbezahlten Urlaub nehmen und von seiner Krankenkasse den Lohnausfall erstattet bekommen. Wichtig ist jedoch: Die Genehmigung einer Haushaltshilfe sollte man umgehend bei seiner Krankenkasse beantragen. Die Kostenerstattung beziehungsweise die Bewilligung kann etliche Wochen in Anspruch nehmen. 

Mehr Informationen

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