Krankenhaus-Zusatzversicherung: Mehr Leistung oder Spar-Beitrag?

- Ob eine private Krankenversicherung beim Arzt Vorteile bringt, darüber kann man streiten. Im Krankenhaus aber ist die Lage eindeutig. Ein- oder Zweibettzimmer sowie Chefarztbehandlung sind Privilegien von Privatpatienten, die für gesetzlich versicherte über eine Zusatzpolice ebenfalls erreichbar sind. Die Stiftung Warentest hat in Finanztest entsprechende Angebote unter die Lupe genommen.

<P>Eine eindeutige Empfehlung kam dabei nicht heraus. Denn nahezu alle Angebote machen Einschränkungen. Bewertet wurde in erster Linie nach Preis-Leistungs-Verhältnis und Beitragsentwicklung. Unterschieden wird dabei nach Geschlecht, Zimmer und besonderen Ansprüchen an die Behandlung. Die Zahlen gelten für Menschen, die die Versicherung im Alter von 33 Jahren abschließen.<BR><BR>Für Preisbewusste</P><P>Wer wenig zahlen will, muss mit einigen Einschränkungen leben: Die HUK-Coburg (Tarif SZ) bietet Einbettzimmertarife bereits für 26 Euro (Mann) und 30 Euro (Frau) im Monat. </P><P>Die mögliche Honorarhöhe ist aber beschränkt. Etwas teurer ist die Debeka (KE1), 38 Euro (Mann) und 43 Euro (Frau). Sie punktet wegen sehr stabiler Beiträge, schränkt aber vor allem die Krankenhauswahl ein. Wer mit einem Zweibettzimmer zufrieden ist, zahlt etwas weniger: 23 Euro verlangt von Männern die Arag (Tarif 400), die lediglich, die ambulante Behandlung nicht übernimmt. Für Frauen ist der günstigste Tarif (27 Euro) bei der Debeka (WK100) zu haben, der aber die Krankenhauswahl einschränkt.<BR><BR>Mehr Leistungen</P><P>Freie Auswahl des Krankenhauses ist ein Vorteil der Zusatzversicherung die Behandlung durch den Chefarzt ein zweiter. Doch die meisten Tarife schränken wenigstens einen dieser beiden Faktoren ein. So bleibt man oft auf Mehrkosten sitzen, wenn man nicht in das Krankenhaus geht, in das der Arzt einen eingewiesen hat. </P><P>Oder man bekommt nur den 3,5-fachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte erstattet, obwohl der Arzt in vielen Fällen mehr verlangt. Wer diese Beschränkungen nicht will, muss etwas mehr zahlen. Bei Einbettzimmern für Männer bietet die Universa den günstigsten Tarif (SZ, 38 Euro), Frauen sind mit 42 Euro bei der Alten Oldenburger dabei (K5+K/S). Bei Zweibettzimmern für Männer bietet bereits der Arag-Tarif (siehe oben) diesen Vorteil. Frauen kommen bei der Victoria (33 Euro) am günstigsten weg.<BR><BR>Luxusversion</P><P>Wer keinerlei Einschränkungen duldet und sich auch ambulant vom Chefarzt behandeln lassen will, hat bei den bewährten Tarifen keine Wahl: Lediglich die Bayerische Beamten-KK bietet dies an: Einbettzimmer (ZV1) für 43 Euro (Männer) oder 50 Euro (Frauen), Zweibettzimmer (ZV2) für 29 Euro (Männer) und 34 Euro (Frauen). </P><P>Doch gibt es weitere Tarife ohne Einschränkung, die aber 1996 noch nicht existierten und bei denen deshalb die Beitragsentwicklung nicht bewertet werden kann. So bietet etwa die Württembergische ohne Einschränkungen einen Einzelzimmertarif (SG + SE) für 31 Euro (Männer) und 43 Euro (Frauen) an. Bei Zweibettzimmern (SG) zahlt man im Monat 28 (Männer) oder 33 Euro (Frauen).<BR><BR>Wenn man auf Leistungen verzichtet, kann man sich von fast allen Kassen einen Ausgleich zahlen lassen. Dies sollte man vor einem Abschluss klären.<BR><BR>Kündigen kann man die Zusatzversicherung jeweils 3 Monate vor Ablauf (meist jährlich). Die Gesellschaft kann das nur in den ersten drei Jahren. Die meisten, darunter alle hier genannten, verzichten selbst darauf.</P>

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