Krankenkasse: BKK bieten trotz Beitragserhöhung günstigste Tarife

- Heute ist der Stichtag für viele Betriebskrankenkassen (BKK): Sie heben ihre Beitragssätze teilweise um rund einen Prozentpunkt an. Trotzdem bleiben die BKK die Schnäppchen bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Wer die Kasse wechseln will, kann aber mit Problemen zu kämpfen haben.

<P>11,9 Prozent ist der günstigste Beitragssatz für eine offene Betriebskrankenkasse, die in Bayern verfügbar ist. Die Taunus BKK bietet diesen Kampfpreis (siehe Tabelle). Noch. Ab 1. September wird sie den Satz wohl auf 12,8 % hochschrauben, wie zu erfahren war. Dann ist die BKK Anker-Lynen-Prym mit 12,4 % der Preisbrecher. </P><P>Damit liegt sie weit unter den Beitragssätzen anderer Kassen. Die AOK Bayern etwa verlangt 14,9 %, die Barmer Ersatzkasse ebenso, die DAK liegt bei 15,2 % und die Techniker Krankenkasse bei 13,7 %. Wer 3000 Euro brutto im Monat verdient und von der Barmer zur BKK Anker-Lynen-Prym wechselt, spart im Jahr 450 Euro.<BR><BR>Die Tarife der Billig-BKK haben ihre Basis in der Kundenstruktur. "Es hängt damit zusammen, wer versichert ist. Junge, gesunde Leute kosten weniger", erklärt Ulrike Stockkönig von der Zeitschrift "Finanztest". Sie sind auch diejenigen, die am häufigsten die Kasse wechseln. So können günstige Kassen mit einem Zustrom gerade der kostensparenden Klientel rechnen. Zudem profitieren Preisbrecher von ihrem rasanten Wachstum, wie Stockkönig erklärt. "Bei den Neukunden werden von Beginn an die Beiträge fällig, Kosten entstehen aber erst später."<BR><BR>Wer zu einer günstigen BKK wechseln will, sollte sich etwaiger Probleme bewusst sein. "Die Leistungen der Kassen sind zu 95 Prozent gesetzlich vorgeschrieben und damit identisch", erklärt die "Finanztest"-Expertin. Wer allerdings auf besondere Behandlung Wert legt, etwa Akupunktur, sollte vorher prüfen, ob seine neue Kasse diese Kosten auch erstattet.<BR><BR>Erkundigen sollte man sich auch, wie lange Kampfpreise gehalten werden, zeigt das Beispiel Taunus. 15 BKK heben heute ihre Tarife an, wie aus der Internet-Liste des BKK-Bundesverbands hervorgeht. Einen der größten Sprünge macht die BKK Essanelle - von 11,9 auf 12,8 %.<BR><BR>Zudem werden kleine Kassen mit günstigen Tarifen mitunter vom Kundenandrang lahmgelegt. "Wir hatten Fälle, in denen Leute monatelang auf ihre Chipkarte warten mussten, weil die Kasse offenbar überlastet war", berichtet Ulrike Stockkönig.<BR><BR>Wer wechseln will, hat dazu Gelegenheit, wenn seine Kasse die Beitragssätze erhöht oder wenn er mindestens 18 Monate bei seiner Kasse Mitglied war. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate, gerechnet ab dem Ende des Monats, in dem gekündigt wird.<BR><BR>Liste der BKK im Internet: www.bkk.de<BR></P>

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