Krankenkasse wird für Rentner teurer

- München - Der Schreck kommt mit der nächsten Rentenzahlung: Pensionäre finden mit der Januarüberweisung weniger Geld auf ihrem Konto. Bei dem einen sind es 20 Euro, es können aber auch 50 Euro und mehr sein. Der Verlust hängt von der Höhe der Betriebspension oder beim öffentlichen Dienst von der Höhe der Zusatzversorgung ab.

<P>In dem Durcheinander von Gesundheits- und Hartz-Reformen ist eine Änderung in der gesetzlichen Krankenversicherung untergegangen: Rentner müssen nach dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung aus Betriebspensionen oder Zusatzversorgungen nicht mehr den halben, sondern den vollen Beitragssatz an die Krankenkasse zahlen. </P><P>Der Gesetzgeber begründet die faktische Erhöhung des Krankenkassenbeitrags damit, dass die Beiträge der Rentner nur 43 % der den Rentner zukommenden Leistungen für Arzt, Medikamente und Krankenhaus abdeckten. Und so wird gerechnet: Von der gesetzlichen Rente der Angestellten- oder Arbeiterrentenversicherung wird der volle Beitrag von durchschnittlich 14,3 % an die Krankenkasse weitergegeben. </P><P>Der Rentner erhält einen Zuschuss von durchschnittlich 7,15 %. Von der Betriebsrente wird statt früher der halbe ab 1. Januar 2004 der volle Beitragssatz einkassiert. Beträgt die Betriebsrente oder die Zusatzversorgung 300 Euro, kostet das 7,15 % von 300 Euro, gleich 21,45 Euro. Hart getroffen werden pensionierte Beamte, die in einer AOK oder einer Ersatzkasse Mitglied geblieben sind. Sie zahlen im Durchschnitt 7,15 % der Pension. </P><P>Bei einem Ruhegeld von 1500 Euro, fehlen ihnen im nächsten Jahr monatlich über 100 Euro. Mitglieder einer teuren Krankenkasse verlieren mehr als der Durchschnitt, Mitglieder einer günstigeren Betriebskrankenkasse kommen etwas besser weg. Betriebe, private Pensionskassen oder Versorgungseinrichtungen sind gesetzlich verpflichtet, die höheren Beiträge einzubehalten und an die Krankenkasse weiterzuleiten. </P><P>BMW-Sprecherin Heike Müller erklärt, dass BMW seinen Betriebspensionären den höheren Krankenkassenbeitrag ab 1. Januar 2004 abziehen werde. Die Bayerische Versorgungskammer will die 100 000 Angestellten des öffentlichen Dienstes über eine Zusatzversorgung in dieser Woche informieren, kündigt Paul Mair-Ludwig an. Und zum 1. April 2004 drohen neue Einschnitte: Von diesem Tag an müssen Rentner statt des halben Satzes den vollen Satz der Pflegeversicherung aus der eigenen Tasche zahlen. Rentner müssen für Krankenkasse und Pflege mehr hinblättern.</P>

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