Krankenkassen-Chef warnt vor stetigem Beitragsplus

Berlin - Der Chef der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), Ingo Kailuweit, hat vor einem stetigen Anstieg der Beiträge zur Krankenversicherung in den kommenden zehn Jahren gewarnt. "Die Beiträge klettern jedes Jahr im Schnitt um gut 0,3 Punkte", sagte Kailuweit der Bild-Zeitung. Daher drohe bis 2018 ein Beitragssatz von beinahe 20 Prozent.

Bereits für Anfang 2009 - wenn auch der umstrittene Gesundheitsfonds eingeführt wird - erwartet die KKH einen Anstieg von heute durchschnittlich 14,8 auf 15,5 Prozent. Als Gründe für das Beitragsplus nannte Kailuweit unter anderem fehlenden Wettbewerb und mangelnden Sparwillen.

Der federführende Ersatzkassenverband VdAK wies die Langzeitprognose als "ziemlich spekulativ" zurück. "Das ist heute noch nicht einschätzbar", sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse- Agentur. Auch das Gesundheitsministerium äußerte Kritik. "Das ist wirklich Unfug", sagte Sprecher Klaus Vater. Selbst für Prognosen für 2009 sei es zu früh. Erst nach Klarheit über Ausgaben und Einnahmen der Kassen in diesem September könne die Entwicklung abgeschätzt werden - und dies nur für ein Jahr. Nach dem Willen von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) soll der Beitragssatz infolge der jüngsten Reform über mehrere Jahre stabil bleiben.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Ludwig Georg Braun, forderte die Regierung in der "Bild" auf, den Gesundheitsfonds umgehend zu stoppen. Ein Anstieg der Kassenbeiträge auf 15,5 Prozent bedeute für die Unternehmen eine Mehrbelastung von rund drei Milliarden Euro pro Jahr. Nach Ansicht des VdAK gehen Beitragssteigerungen, die 2009 drohen, nicht auf den Fonds zurück, sondern auf erwartete Mehrkosten für Ärzten, Arznei und Kliniken.

Die Reformen der vergangenen Jahre dämpften den Anstieg der Gesundheitsausgaben in Deutschland im internationalen Vergleich. Mit durchschnittlich 1,8 Prozent pro Jahr zwischen 1995 und 2005 hätten die Ausgaben pro Kopf weniger zugelegt als in allen 29 Vergleichsländern, berichtete der Apotheker-Verband ABDA.

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