Trotz wachsender Ausgaben

Krankenkassen erzielen Milliarden-Überschuss

Berlin - Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr ein Plus von rund 1,4 Milliarden Euro erzielt.

Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Kassenkreisen. Die Rücklagen sind demnach 2016 von 14,5 Milliarden Euro auf etwa 15,9 Milliarden Euro gestiegen. Die Finanzsituation sei besser, als dies noch im Sommer letzten Jahres zu erwarten gewesen sei, erklärte der GKV-Spitzenverband auf seiner Website.

Die Rekordbeschäftigung in Verbindung mit dem einmaligen Sonderzuschuss in Höhe von 1,5 Milliarden Euro habe es möglich gemacht, dass der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in diesem Jahr trotz weiter wachsender Ausgaben nicht habe steigen müssen. Er liegt bei 1,1 Prozent, hinzu kommt der paritätisch finanzierte Einheitsbeitrag von 14,6 Prozent.

Nach aktuellen Prognosen werde in diesem Jahr nochmals eine Zunahme der Anzahl an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland erwartet, hieß es in der Erklärung weiter - ein "Allzeitrekord", der die Finanzbasis der gesetzlichen Krankenversicherung trotz der weiter steigenden Ausgaben stabil halte. "Der gute gesamtwirtschaftliche Trend schlägt sich auch in der Finanzsituation der GKV nieder."

Die guten Rahmenbedingungen müssten genutzt werden, um die Ausgabenseite anzugehen, forderte der GKV-Spitzenverband. "Wir brauchen beispielsweise Strukturveränderungen bei den Kliniken und bessere Preise für Medikamente, denn sonst bekommen wir spätestens bei der nächsten Konjunkturdelle massiven Druck auf die Krankenkassenbeiträge", erklärte Verbandssprecher Florian Lanz.

afp

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