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Um Kostensteigerungen im Arzneimittelsektor abzufangen, fordert der Spitzenverband der Kassen weitgehende Einsparungen.

Krankenkassen fordern Einsparungen auch bei Arzthonoraren

Passau - Die gesetzlichen Krankenversicherungen fordern massive Einsparungen bei den Ausgaben, um Beitragserhöhungen abzuwenden. Davon sollen auch Ärzte nicht verschont werden.

“Eine Kopplung der Arzthonorare an die wirtschaftliche Entwicklung ist eine Möglichkeit“, sagte Doris Pfeiffer, Vorsitzende des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung, der “Passauer Neuen Presse“. “Im Krankenhausbereich könnte man durch mehr Wettbewerb günstigere Konditionen für die Krankenkassen ermöglichen“, fügte sie hinzu.

In der Regierungskommission, die am Mittwoch ihre Arbeit aufgenommen hat, müsse nicht nur über die Finanzierung, sondern auch über die Ausgaben gesprochen werden, forderte Pfeiffer. Wenn nichts unternommen werde, um Kosten zu sparen, würde spätestens im nächsten Jahr die breite Masse der Versicherten Zusatzbeiträge zahlen müssen, sagte sie.

Für 2011 erwarteten Experten einen Anstieg des Kassendefizits auf elf Milliarden Euro oder mehr. Pfeiffer rechnet damit, dass eine Acht-Milliarden-Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen wie im Jahr 2010 auch 2011 auftreten wird. Hinzu kämen weiter steigende Kosten.

Um Kostensteigerungen im Arzneimittelsektor abzufangen, fordert der Spitzenverband der Kassen “ein schnelleres Verfahren zur Nutzenbewertung neuer Medikamente und einen Mechanismus zur Preisfestsetzung, bei dem die Pharmaindustrie nicht die Preise einseitig diktiert“. Pfeiffer sagte, es müssten auch mehr schnell wirkende Maßnahmen wie ein erhöhter Herstellerabschlag für Arzneimittel beschlossen werden. “Es ist an der Zeit, dass bei den Arzneimitteln endlich der Nutzen für die Versicherten und nicht mehr der Gewinn für die Pharmaindustrie im Vordergrund steht“, betonte sie.

dapd

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