Krankenkassen verzeichnen Milliarden-Überschuss

Berlin - Das Arzneimittel-Sparpaket und die gute Konjunktur haben die gesetzlichen Krankenkassen finanziell wieder gesunden lassen und ihnen einen Milliarden-Überschuss beschert.

Die ersten neun Monaten dieses Jahres schlossen sie mit einem Überschuss von rund 3,9 Milliarden Euro ab. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Dienstag in Berlin mit. Ein Jahr zuvor lag das Plus zum gleichen Zeitpunkt bei lediglich 277 Millionen Euro. Aktuell standen den Ausgaben von 133,7 Milliarden Euro Einnahmen in Höhe von 137,7 Milliarden Euro gegenüber.

Das Ministerium warnt aber mit Blick auf das Gesamtjahr vor zu hochfliegenden Erwartungen. Da die Kassenausgaben im vierten Quartal regelmäßig um bis zu eineinhalb Milliarden höher ausfielen als in den Vorquartalen, sei - bei gleichbleibenden Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds - davon auszugehen, dass der Überschuss “noch deutlich abschmilzt“.

Der Gesundheitsfonds, der die Beitragseinnahmen auf die Kassen verteilt, verbuchte in den ersten neun Monaten einen Überschuss von knapp 1,4 Milliarden Euro. Er dürfte das Jahr 2011 mit einem Überschuss von rund 4,4 Milliarden Euro und einer Liquiditätsreserve von rund 8,6 Milliarden Euro abschließen.

Da davon laut Ministerium “wesentliche Teile bereits gebunden“ sind, ist eine Senkung des einheitlichen Kassenbeitragssatzes von 15,5 Prozent nicht geplant. In Reaktion auf die gute finanzielle Entwicklung haben mehrere Kassen bereits angekündigt, den von ihnen allein erhobenen Zusatzbeitrag von 8 Euro im Monat demnächst wieder abzuschaffen.

Die höchsten Überschüsse weisen der AOK-Verband und die Ersatzkassen mit zusammen gut drei Milliarden Euro auf. Schwarze Zahlen schrieben auch Betriebskrankenkassen (464 Millionen Euro) und Innungskrankenkassen (259 Millionen Euro). Bei einer Steigerung der Ausgaben um 2,5 Prozent gab es bei Medikamenten - einem der großen Ausgabenposten der Kassen - immerhin eine Entlastung um 5,7 Prozent. Überdurchschnittlich um 4,2 Prozent je Versicherten wuchsen die Ausgaben im Bereich Krankenhäuser, für ambulante Behandlungen gaben die Kassen 2,3 Prozent mehr aus.

dpa

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