Krankenkassen: Wohin mit den Milliarden?

Berlin - Der Überschuss bei den Krankenkassen fällt noch höher als erwartet aus. Doch was tun mit dem Geld? Die Beitragszahler werden von den Milliarden wohl nichts abbekommen.

Bei den großen gesetzlichen Krankenkassen zeichnet sich ein höherer Milliardenüberschuss ab als bisher angenommen. So erzielten die Barmer GEK, die Techniker Krankenkasse, die DAK und die anderen Ersatzkassen gemeinsam einen Überschuss von rund 1,8 Milliarden Euro, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Kassenkreisen erfuhr. Bei der AOK liegt der Überschuss voraussichtlich zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden, wie es aus anderer Quelle bei den Kassen hieß.

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Die Zahlen für das gesamte Jahr werden mit Spannung erwartet. Denn seit Wochen debattieren Politik und Vertreter von Kassen, Ärzten und Kliniken zunehmend hitzig darüber, was mit den Milliardenreserven in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) geschehen soll. Das Bundesgesundheitsministerium hatte noch im Dezember die Einschätzung vertreten, “dass der Überschuss in den letzten Monaten des Jahres noch deutlich abschmilzt“.

Der GKV-Spitzenverband betonte: “Die ersten Zahlen für das Gesamtjahr deuten darauf hin, dass die Überschüsse im vierten Quartal kaum noch gewachsen sind.“ Verbandssprecher Florian Lanz sagte der dpa weiter: “Es ist deshalb richtig, wenn Krankenkassen ihre Rücklagen für schlechtere Zeiten auffüllen.“

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hatte jenen Kassen mit hohen Rücklagen nahegelegt, ihren Mitgliedern per Prämie etwas zurückzugeben. Doch auch die Geldsammelstelle der Kassen, der Gesundheitsfonds, hat Milliardenreserven. Zuletzt wuchs der Druck von Haushaltspolitikern der Koalition auf Bahr, von diesem Geld etwas dem Bundeshaushalt zum Schuldenabbau zur Verfügung zu stellen.

dpa

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