Krankenversicherung: Viele Rentner bekommen Geld zurück

München - Rentner mit Zusatzeinkünften zahlen oft mehr in die Krankenkasse ein als "normale" Arbeitnehmer. Viele Betroffene können ihr Geld aber wieder zurückfordern.

Rentner, die noch in einem Arbeitsverhältnis stehen, werden vielfach mit höheren Beiträgen zur (Kranken-)Kasse gebeten als "Nur"-Arbeitnehmer. Das trifft auf alle Frauen und Männer zu, deren Arbeitsverdienst plus gesetzliche Rente plus Pension oder Betriebsrente im Jahr 2007 3562,50 Euro im Monat überstiegen haben und denen von ihrer Rente Krankenversicherungsbeiträge einbehalten worden sind. Ihnen steht für 2007 eine Erstattung der Beiträge zu, die sie über die monatliche Beitragsbemessungsgrenze von 3562,50 Euro hinaus von ihrer Rente an ihre Krankenkasse gezahlt haben.

Nur auf Antrag

Wichtig: Da die Krankenkassen solche Überzahlungen nicht von sich aus feststellen können, gibt es das Geld nur auf (formlosen) Antrag zurück. Erstattet wird der überzahlte Betrag, der von der Rente einbehalten wurde.

Zu viel berechnet

Gesetzliche Rente im Jahr 2007: 1500 Euro; Betriebsrente: 500 Euro; Arbeitsverdienst: 2000. Das Gesamteinkommen dieses Rentners von 4000 Euro monatlich ist mit Beitragsabzügen zur Krankenversicherung belegt worden: Verdienst und Betriebsrente sowie die gesetzliche Rente individuell je nach Krankenkasse (angenommen: mit 7 Prozent). Da die Bemessungsgrundlage für die Beiträge (3562,50 Euro) durch die Einkünfte dieses Rentners um 437,50 Euro pro Monat überschritten wurde, sind für 2007 aus 12 x 437,50 Euro die sieben Prozent aller Beiträge zu erstatten, die von der Rente abgezogen wurden, zusammen 367,50 Euro.

Zusatz-Rückzahlung

Besonderheit: Die Beiträge aus dem zusätzlichen Beitragssatz von 0,9 Prozent, der nur auf der Versicherten-Seite zu Buche schlägt, werden ebenfalls erstattet - und zwar voll. Der Rentner erhält also aus 12 x 437,50 Euro die 0,9 Prozent der Beiträge zurück, insgesamt 47,25 Euro dazu kommen 367,50 Euro "normale" Erstattung, also insgesamt 414,75 Euro.

Urlaubsgeld beachten

Lohnen kann sich ein Antrag auf Rückzahlung von Beiträgen bei der Krankenkasse auch, wenn zwar die laufenden Einkünfte, also Gehalt plus Rente plus gegebenenfalls Betriebsrente, zusammen nicht höher waren als die Beitragsbemessungsgrenze, wenn der Rentner im Arbeitsverhältnis aber Weihnachtsgeld oder andere Einmalzahlungen erhalten hat, wodurch der durchschnittliche Grenzbetrag von 3562,50 Euro im Monat überschritten wurde. Auch dann gibt es die überzahlten Beiträge wieder zurück.

Nichts für "Freiwillige"

Rentner, die einer gesetzlichen Krankenkasse als freiwilliges Mitglied angehören, haben die aufgezeigten Erstattungsmöglichkeiten nicht. Ihnen wird von der Rente kein Beitrag abgezogen, der wieder erstattet werden könnte. Stattdessen haben diese Rentner 2007 von ihrem Rentenversicherungsträger einen Beitragszuschuss von (beispielsweise) 7 Prozent zu ihrer Rente erhalten, den sie an ihre Krankenversicherung weiterleiten mussten, auch wenn bereits - zum Beispiel vom Arbeitsverdienst - der Höchstbeitrag zu zahlen war.

Pflegekasse zahlt auch

Entsprechendes gilt für die Beiträge zur Pflegeversicherung - mit der Besonderheit, dass hier gegebenenfalls die vollen Beiträge zu erstatten sind, weil Rentner hier die Beiträge allein aufzubringen haben.

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