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Kredit, Konto, Aktie: Was sich nun ändert

- München - Ob Aktionär, Kreditnehmer oder Kontoinhaber - die Übernahme der HypoVereinsbank hat für viele Bereiche Folgen.Aktionäre

<P>Wer Anteilsscheine der HypoVereinsbank besitzt, kann diese bald im Verhältnis 1:5 an Unicredit abgeben. Die Aktionäre werden darüber im August schriftlich informiert. Der Umtausch erfolgt in der Regel gebührenfrei. Das hat aber nur Sinn, wenn der Anleger Aktien des italienischen Instituts haben möchte. Ansonsten kann er seine HVB-Papiere auf dem normalen Weg an der Börse verkaufen oder weiterhin behalten.<BR><BR>Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger rät, das Umtauschangebot nicht anzunehmen. Es sei nun, da die Bank immense Wertberichtigungen hinter sich habe und laut Aussagen des Managements auf gutem Weg sei, "nicht attraktiv, die Aktien zu tauschen". Schließlich sei die Unicredit für deutsche Anleger schwer zu beurteilen und Italien "in Sachen Corporate Governance und der Wahrung von Aktionärsrechten kein Vorreiter". Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz prüft das Angebot noch. Der Wert der Offerte schwankt mit der Kursentwicklung von Unicredit. Fünf Aktien der italienischen Bank waren gestern zwischenzeitlich 21,25 Euro wert. Dies sind 1,23 Euro oder rund sechs Prozent mehr als der HVB-Schlusskurs vom Freitag. <BR><BR>Aktionäre können herausgedrängt werden</P><P>Will Unicredit die HVB komplett übernehmen, kann sie unter Umständen die bisherigen Aktionäre nach deutschem Recht herausdrängen. Der ausländische Sitz der Unicredit spielt dabei keine Rolle.<BR><BR> Sobald das Institut mindestens 75 Prozent der HVB-Anteile besitzt, kann es einen Beherrschungsvertrag schließen, der zum Beispiel eine Abführung der Gewinne vorsieht. Da dies die anderen Aktionäre benachteiligt, müsste ihnen ein weiteres Abfindungsangebot gemacht werden. Dies müsste in bar erfolgen. Wer eine solche Abfindung ablehnt, erhält das Recht auf eine Mindestdividende.<BR><BR> Besitzt Unicredit mindestens 95 Prozent der HVB-Aktien, kann sie ein so genanntes Squeeze-Out durchführen. Dabei werden die anderen Aktionäre herausgedrängt. Auch gegen deren Willen können die HVB-Aktien aus ihrem Depot ausgebucht werden. Sie erhalten als Ersatz eine Barabfindung. Sollte diese unangemessen niedrig sein, könnte es zu einem "Spruchverfahren" bei Gericht kommen, bei dem die Abfindung erhöht werden kann. Das Herausdrängen der Aktionäre an sich ist damit aber nicht zu verhindern.<BR><BR>Kreditnehmer</P><P>Kreditkunden können ein Sonderkündigungsrecht haben, wenn ihre Bank von einem anderen Institut übernommen wird. Das kann ihnen die so genannte Vorfälligkeitsentschädigung ersparen. Dies ist bei HVB und Unicredit nach Expertenansicht nicht der Fall. "Solange sich die Konditionen des Kreditvertrags nicht ändern, besteht kein Sonderkündigungsrecht", erklärt Markus Saller, Jurist der Verbraucherzentrale Bayern. Eine Ausnahme wäre, wenn es "gewichtige Gründe" dafür gäbe, dass der Kreditnehmer der neuen Bank unter keinen Umständen seine Vermögensverhältnisse offenbart hätte. "Das ist hier aber kaum vorstellbar", glaubt Saller. Die Tatsache, dass es sich um ein ausländisches Institut handelt, ist kein ausreichender Grund. Die HVB vertritt zudem den Standpunkt, dass sie ausschließlicher Geschäftspartner ihrer Darlehensnehmer bleibe und keine Daten an Unicredit weitergeben würde.<BR><BR>Kontoinhaber</P><P>Wer ein Konto bei der HypoVereinsbank führt, muss sich nicht auf Änderungen einstellen. Die Bankleitzahlen, die etwa für Überweisungen von Bedeutung sind, bleiben erhalten. Und auch bei der Einlagensicherung ändert sich nach Angaben des Bundesverbands deutscher Banken nichts. Zum einen gilt in Deutschland die gesetzliche Haftung, die alle Einlagen zu 90 Prozent absichert, bis zu einem Betrag von 20 000 Euro pro Anleger. Zusätzlich ist die HypoVereinsbank Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands und werde dies auch bleiben, erklärte eine Sprecherin. Dadurch seien alle Einlagen bis zu einer Summe von 4,12 Milliarden Euro pro Anleger gedeckt.</P><P><BR> </P>

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