Kreditkarte: Ein falsch gesetztes Komma kann sehr teuer werden

- Wer mit Kreditkarte zahlt, sollte besonders auf der Hut sein. Die Rechnungssumme muss vor der Unterschrift immer noch einmal auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Im Inland wie im Ausland. Denn sobald der Beleg abgezeichnet ist, muss der akzeptierte Betrag auch beglichen werden.

Teure Schludrigkeit

Dies gilt selbst, wenn man unachtsam war, sich ablenken ließ und statt mit 60,40 Euro plötzlich mit 6040 Euro in der Kreide steht. Werden Originalbelege mit einer falschen Summe vom Karteninhaber unterschrieben, hat man keine Chance mehr, die Buchung rückgängig zu machen, warnt Josephine Holzhäuser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Auf das Komma achten

Keine Schludrigkeiten beim Abzeichnen - dieser Vorsatz sollte vor allem bei der Kartenzahlung im Ausland beherzigt werden. Gerade auf Reisen wird den Leuten gern Geld aus der Tasche gezogen, mahnt Andrea Hoffmann von der Verbraucherzentrale Sachsen zur Vorsicht. So passiere es immer wieder, dass Touristen beim Zahlen in Restaurants oder Geschäften abgelenkt würden. Wer nicht gleich merkt, dass er für zwei Nudelgerichte einen Beleg über 1250 Euro statt 12,50 Euro hingelegt bekommt, hat Pech. "Wir kennen Fälle, bei denen auf diese Weise eine Bratwurst auf den Kanarischen Inseln sehr teuer kam, genauso wie der Teppich- und Kleiderkauf in der Türkei", erzählt Hoffmann.

Rechtslage ist klar

Ähnlich wie beim versehentlichen Überzahlen mit Bargeld sind auch beim Draufzahlen mit Kreditkarte spätere Reklamationen so gut wie aussichtslos. Die Kartengesellschaft wird den Schaden kaum ersetzen, sagt Hoffmann. Der Beleg ist nicht gefälscht, sondern tatsächlich abgesegnet, bestätigt Markus Saller, Jurist der Verbraucherzentrale Bayern. Er meint: Es besteht bei der Belegbuchung auch zu Hause immer die große Gefahr, dass die Summe nicht hinreichend zur Kenntnis genommen wird. Rechtlich ist die Lage klar: Mit seiner Unterschrift hat der Karteninhaber den Kartenherausgeber angewiesen, die Forderung zu begleichen. Dass er den Betrag nicht gecheckt hat, muss er sich selbst zuschreiben.

Bei Fälschung: Ersatz

Anders sähe es aus, wäre die Unterschrift auf einem Kartenbeleg eindeutig gefälscht. Dann gäbe es keine rechtswirksame Weisung an die Kartengesellschaft. Der Betroffene wäre aus dem Schneider.

Klage: Ausgang ungewiss

Wer auf einem Schaden durch ein übersehenes, versetztes Komma sitzt, kann nur noch eins versuchen: Sich mit dem Wirt oder Händler im Nachhinein noch auseinanderzusetzen. Doch das wird schwer fallen, vor allem im Ausland, wie die Praxis zeigt. Meist helfe auch die Vermittlung über das Europäische Verbraucherzentrum nicht weiter, wie Hoffmann weiß. Letztendlich bleibe Betroffenen nur der Klageweg im Ausland mit ungewissem Ausgang, aber sicherlich hohen Kosten.

Belege nicht wegwerfen

Auch auf die Gefahr hin, dass das praxisfremd klingt, empfehlen wir, die Karte möglichst nicht aus den Augen zu lassen, auch im Restaurant nicht. Die Gefahr, dass eine Karte unbemerkt kopiert und dann ungeniert zum Einkaufen genutzt wird, bestehe im Ausland häufig immer noch. Belege dürfen zudem niemals achtlos weggeworfen werden. Betrüger, die aufs Abfischen von Kartennummern aus Papierkörben spezialisiert sind, könnten damit munter via Internet Ware ordern, warnt Holzhäuser.

Konto häufig überprüfen

Wer auf diese Weise geprellt wird, hat jedoch gute Chancen, aus der Klemme wieder rauszukommen. Internet-Buchungen allein mit der Kartennummer, also ohne unterzeichneten Beleg, können in der Regel rückgängig gemacht werden, wie Saller betont. Vorausgesetzt, der Geschädigte kontrolliert regelmäßig sein Kartenkonto und bemerkt damit rechtzeitig, dass er über den Tisch gezogen werden sollte.

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