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Nach dem Leck bei einem spanischen Kreditkartendienstleister tauschen zahlreiche deutsche Banken vorsorglich die von ihnen ausgegebenen Karten aus.

Kreditkarten: "Banken müssen haften"

Frankfurt/Main - Plastikgeld macht das Leben leichter und wird deshalb immer beliebter, birgt aber auch Risiken. Jetzt sorgt ein einziges Datenleck bei einem spanischen Dienstleister für den größten Kreditkartenaustausch, den es in Deutschland je gab.

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Mehr als 100.000 Kunden sind bereits betroffen, am Ende dürften es noch weit mehr sein. Doch auch die Kunden sollten nicht untätig sein: Verbraucherschützer raten, die meist monatlichen Abrechnungen genauestens zu checken und Missbrauch umgehend zu melden. Andernfalls könne man auf seinem Schaden sitzenbleiben.

“Finanztest“-Expertin Heike Nicodemus sieht die Kreditkartennutzer jedoch in einer guten Position: “Wenn etwas passiert, müssen die Banken haften“, betont sie. Voraussetzung sei natürlich, dass den Verbrauchern eventuelle Betrügereien nicht durchgingen, weil sie ihre Abrechnungen einfach abhefteten.

“Man muss also ganz genau hinschauen und gleich tätig werden, wenn was nicht stimmt.“ 24,6 Millionen Kreditkarten sind in Deutschland im Umlauf, Hunderttausende dürften nach Informationen aus Branchenkreisen am Ende von dem massenhaften Kartenaustausch betroffen sein.

Für den Finanzexperten Frank-Christian Pauli von der Verbraucherzentrale ist angesichts des großen Umfangs der Austausch-Aktion klar, “dass es ein größeres Leck gegeben hat, denn so eine Austauschaktion kostet viel Geld“. Man müsse also davon ausgehen, dass die Unternehmen Angst davor hätten, “dass in falsche Hände geratene Daten jetzt für Zahlungen ausgenutzt werden“, sagte er im ZDF.

“Die Banken mussten Gegenmaßnahmen ergreifen“

Aus Sicht von Heike Nicodemus ist der Austausch die richtige Reaktion auf das spanische Datenleck: “Er ist auf jeden Fall zu begrüßen, schließlich hat es ja bereits Missbrauchsfälle gegeben. Also mussten die Banken Gegenmaßnahmen ergreifen.“ Nötig sei außerdem eine gründliche Kontrolle ausländischer Finanzdienstleister, die mit der Abrechnung betraut würden: “Wenn etwas durch mehrere Hände geht, erhöht sich automatisch das Risiko.

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Die Sicherheitschecks der Banken müssen so gut sein, dass sie Probleme rechtzeitig und möglichst noch vor einem Missbrauchsfall feststellen.“ Neue Karten gibt es von sämtlichen Banken - vorausgesetzt, die Kunden waren in der letzten Zeit in Spanien. Eine konkrete Zahl Betroffener, nämlich 60.000, gibt es bisher nur von den Volks- und Raiffeisenbanken. Keinen generellen Austausch der Karten von Spanienreisenden planen dagegen die Postbank und die Landesbank Berlin, ein großer Kreditkartenausgeber, der unter die Karten des ADAC verwaltet. Beide Banken verweisen auf eine verschärfte Risikoüberwachung.

“Zudem wäre ein genereller Kartenaustausch mit erheblichen Unannehmlichkeiten für den Kunden verbunden“, heißt es bei der Landesbank Berlin. Die Kunden selbst können wenig tun außer vorsichtig sein: Grundsätzlich sollte man seine Abrechnung prüfen und die Karte niemals aus der Hand geben, sagt Verbraucherschützerin Ute Bitter. “Und man sollte sich jedes Mal genau überlegen, ob der Einsatz der Karte wirklich nötig ist, speziell im Ausland und beim Einkaufen im Internet.“

Matthias Armborst

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