Kreditkrise: Merrill-Lynch-Chef vor Rücktritt

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New York (dpa) - Der Chef der unter Milliardenverlusten leidenden US-Investmentbank Merrill Lynch & Co., Stan O'Neal, könnte zurücktreten. Eine Ankündigung könnte noch am Montag erfolgen. Dies berichten die "New York Times" und das "Wall Street Journal" in ihren Onlineausgaben. Merrill Lynch nahm keine Stellung. Der 56-jährige Merrill-Chef habe am Sonntagnachmittag über die Bedingungen für sein erzwungenes Ausscheiden verhandelt, berichtet das "Wall Street Journal".

Merrill Lynch hatte im dritten Quartal 2007 einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar und Sonderbelastungen von insgesamt 8,4 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit fehlgeschlagenen Kredit- und hypothekenbezogenen Investments verbucht. Dies waren die bisher größten Abschreibungen, die eine Wall-Street-Firma oder Bank im Zusammenhang mit der Hypotheken- und Kreditkrise vorgenommen hat. Die Zeitung bezifferte die bisherigen Gesamtschäden der Kreditkrise an der Wall Street auf mehr als 27 Milliarden Dollar.

Der Merrill-Verwaltungsrat dürfte auf der Suche nach einem O'Neal-Nachfolger externe Kandidaten und gegenwärtige Merrill-Manager in Erwägung ziehen, schrieb das "Wall Street Journal". Einer der führenden Kandidaten sei Laurence Fink, der Chef des Vermögensverwalters BlackRock, an dem Merrill Lynch zu 49 Prozent beteiligt ist. Fink stehe Greg Fleming nahe, dem Co-Präsidenten von Merrill. Fleming sei selbst ebenfalls ein Kandidat. Ein Szenario sei eine Machtteilung zwischen den beiden. Weitere Kandidaten könnten John Thain sein, der Chef der NYSE Euronext, sowie Bob McCann, der Chef der riesigen Merrill-Brokersparte.

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