Kreissparkasse legt keinen Wert auf Lehrgeld

- München - Trotz der allgemein schwierigen Lage der Wirtschaft und vieler Banken im besonderen ist die Kreissparkasse München Starnberg mit ihrer Geschäftsentwicklung zufrieden. "2003 war ein anstrengendes Jahr mit einem ordentlichen Ergebnis", sagte Karl-Ludwig Kamprath, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse. Der Jahresüberschuss nach Steuern stieg auf 12,7 Millionen nach 10,5 Millionen Euro im Vorjahr, die Eigenkapitalrentabilität auf 15,5 Prozent - das liege über dem deutschen Durchschnitt.

Dabei sei 2003 alles andere als rosig gewesen: Erstmals seit 10 Jahren war das Wirtschaftswachstum negativ, es gingen so viele Arbeitsplätze verloren wie seit 1993 nicht mehr. Zwar ist der Großraum München von der wirtschaftlichen Misere weniger stark betroffen. Doch die Haushaltslage der Gemeinden und öffentlichen Kassen ist sehr angespannt und die Leerstandsquote gewerblicher Immobilien "besorgniserregend". "Die strukturelle Arbeitslosigkeit wird von den verantwortlichen Politikern nicht ernsthaft angegriffen", beklagte Kamprath. Stattdessen dächte man daran, eine ebenso unsinnige wie wirkungslose "Ausbildungsplatzabgabe" für Unternehmen einzuführen, die weniger Lehrstellen als sieben Prozent ihrer Arbeitsplätze haben. Der Vorschlag, diejenigen, die mehr Lehrstellen anbieten, mit 5000 Euro pro Platz aus den eingesammelten Geldern zu bedenken, würde zu abstrusen Ergebnissen führen. "Wir mit 10,8 Prozent Lehrlingen würden 350 000 Euro für etwas bekommen, was wir als selbstverständlich empfinden", sagte Kamprath. Bei anderen gehe es aber nicht so einfach.

Den leichten Rückgang der Bilanzsumme von 6,25 auf 6,1 Milliarden Euro führte Kamprath unter anderem auf den starken Wettbewerb zwischen den Kreditinstituten, den Rückgang der real verfügbaren Einkommen und das deutlich gestiegene Renditebewusstsein der Kunden zurück. Der Grund, warum deutsche Banken im internationalen Vergleich weniger ertragsstark sind, liege in dem überaus wettbewerbsintensiven Markt - der vor allem dem deutschen Drei-Säulen-Modell zu verdanken sei. "Die Großbanken wollen ihre Ertragskraft durch eine Verringerung des Wettbewerbs steigern, was deutlich höhere Preise für die Kunden zur Folge hätte", behauptete der Sparkassen-Chef.

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