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Wirtschaftsredakteurin Manuela Dollinger. 

Kommentar

Krise bei Air Berlin und Alitalia: Am Tropf der Araber

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Seit Jahren ist Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft defizitär. Seitdem hängt sie finanziell am Tropf ihres Großaktionärs in Abu Dhabi. Nun droht Air Berlin das gleiche Schicksal, wie Alitalia. 

Wenig überraschend hat Air Berlin erneut Verluste eingeflogen. Seit Jahren ist Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft defizitär. Überleben kann sie nur dank der Geldspritzen ihres Großaktionärs aus Abu Dhabi. Etihad hält Air Berlin mit jährlich 1,5 Milliarden Euro in der Luft. Wirtschaftlich ist das nicht. Den Arabern ging es bei ihren Engagements in Europa – neben Air Berlin ist Etihad auch mit 29 Prozent an Alitalia beteiligt – bisher aber auch nicht um Gewinne. Strategische Interessen standen im Vordergrund: Expansion um beinahe jeden Preis.

Damit dürfte bald Schluss sein. Zwar sicherte Etihad-Chef James Hogan erst kürzlich weiter Unterstützung zu; doch Hogan ist bald Geschichte. Er verlässt die Airline. Mit seinem Abgang dürften die Eigner, die Herrscherfamilie des ölreichen Emirates Abu Dhabi, die kostspielige Europastrategie auf den Prüfstand stellen. Ob man sich angesichts schwindender Einnahmen im Öl-Geschäft die verlustreichen Beteiligungen noch leisten wird, ist fraglich. Zu spüren bekam das bereits die italienische Fluggesellschaft Alitalia, die nun am Rande der Pleite steht. Nachdem die Mitarbeiter ein Sparprogramm abgelehnt haben, weigert sich Etihad, mit einer Finanzspritze erneut auszuhelfen. Nun wird ein Käufer gesucht. Dieses Schicksal droht auch Air Berlin. Einziger Lichtblick: Während für Alitalia kein Interessent in Sicht ist, könnte Air Berlin vielleicht bei der Lufthansa unterkommen.

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