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Lastwagenbau im Münchner Werk: Weil wichtige Märkte eingebrochen sind, kassiert MAN die Gewinnziele. 

Druck auf Personal

MAN in der Krise: VW-Tochter bereitet Sparrunde vor

München - Die Konjunktur lahmt. Bestellungen schrumpfen, Gewinne brechen ein. Im MAN- Nutzfahrzeuggeschäft steigt der Druck auf das Personal.

Eine beschleunigte Talfahrt wichtiger Nutzfahrzeugmärkte setzt MAN gehörig unter Druck. Nach drastischem Einbruch des operativen Profits im Geschäft mit Lastwagen und Bussen zwischen Juli und September um vier Fünftel auf noch 18 Millionen Euro kassiert MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen bisherige Gewinnziele. Im Nutzfahrzeuggeschäft, das drei Viertel aller Konzernumsätze beisteuert, werden die operativen Ergebnisse 2014 erheblich unter dem Vorjahresniveau liegen statt deutlich darüber wie noch im Frühjahr erwartet.

Für das Personal könnte das eine Verschärfung der Lage bringen. MAN diskutiere derzeit mit seiner Mutter in Wolfsburg über eine neue Sparrunde, sagte MAN-Nutzfahrzeugchef Anders Nielsen. Details wollte er noch nicht nennen. Bislang haben die Münchner an ihren Standorten Salzgitter und Steyr in Österreich 4000 Leute in Kurzarbeit geschickt, was vorerst auf 2014 befristet ist.

Die defizitäre Bus-Produktion im sächsischen Plauen wird bis März 2015 geschlossen und in die Türkei verlagert, was im deutschen Werk 420 Arbeitsplätze kostet und Widerstand der Belegschaft provoziert hat. Global beschäftigt MAN knapp 56 000 Mitarbeiter, davon in Deutschland knapp 32 500.

Wie sehr der Druck wächst, zeigt der Lkw-Auftragseingang, der im dritten Quartal um vier Zehntel auf knapp 14 800 Bestellungen eingebrochen ist. Nielsen begründet den starken Rückgang vor allem mit einem Sondereffekt in die andere Richtung Ende 2013. Damals haben viele Spediteure noch rasch neue Lkw geordert, die der neuen Abgasnorm Euro 6 entsprechen. Aber das allein erklärt die prekäre Lage nicht. Wenn die Konjunktur wie derzeit lahmt und weniger Waren transportiert werden, bekommen das Lkw-Hersteller traditionell als Erste zu spüren.

MAN leidet unter einem Marktrückgang, der für Europa dieses Jahr auf 10 bis 15 Prozent geschätzt wird. Größter Lkw-Exporteur sind die Münchner in Russland, wo der Markt 2014 krisenbedingt gar um rund ein Viertel einbrechen dürfte. Ähnlich ist die Lage am einstigen Boommarkt Brasilien, wo MAN auch die Nummer eins ist.

Eine Stütze ist in dieser Lage das robuste MAN-Geschäft mit Schiffsmotoren und Turbomaschinen. Aber auch das kann nicht verhindern, dass die Umsätze des Gesamtkonzerns 2014 deutlich unter den 15,7 Milliarden Euro des Vorjahres liegen werden, räumte Pachta-Reyhofen ein. Das Umsatzminus von zehn Prozent nach neun Monaten dürfte sich noch ausweiten. Der im Vorjahr massiv von negativen Sondereffekten überschattete Gewinn von 475 Millionen Euro und die aktuelle Umsatzrendite von drei Prozent werden sich kaum verbessern.

Eigentlich hat sich MAN für die Rendite ein Minimalziel von 6,5 Prozent gesetzt. Für 2015 hofft das Management auf eine Belebung europäischer Lkw-Märkte. Die allgemeinen Konjunkturprognosen und die politischen Spannungen mit Russland geben das nicht her. Auch in Brasilien zeigt die Wirtschaft nach der jüngsten Wahl keine Erholungstendenzen.

Thomas Magenheim-Hörmann

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