Manuela Dollinger 

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Krisenbank Monte dei Paschi: Rettung gegen die Regeln

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Die Rettung der Krisenbank Monte dei Paschi gerät zur Quadratur des Kreises. Nachdem die Sanierung aus eigener Kraft endgültig gescheitert ist, bastelt die italienische Regierung an einer Teilverstaatlichung.

Ganz einfach wird das nicht. Denn: Während andere EU-Länder nach Beginn der Finanzkrise kranke Institute (zum Teil mit Steuergeldern) gerettet haben, ist das heute angesichts der neuen europäischen Regeln nicht mehr ohne Weiteres möglich. Bevor der Staat einspringt, sind zunächst die Anleger in der Pflicht. Im Fall der Monte dei Paschi also auch 40 000 italienische Kleinanleger. Dass sie ihr Geld verlieren, will die italienische Regierung unbedingt vermeiden.

Eine Zwickmühle, aus der sich die Regierung, die über Jahre die Krise der Bank verschleppt hat, nun zu winden versucht. Dabei kann sie offenbar auf Unterstützung seitens der EU-Kommission bauen. Diese hat signalisiert, dass eine „vorsorgliche Rekapitalisierung“ unter Auflagen möglich sei. Alles deutet darauf hin: In Italien wird es keine Bankenrettung ohne Staat und Steuerzahler geben. Die erst Anfang des Jahres beschlossenen Regularien zur Bankenrettung wären damit nicht das Papier wert, auf dem sie formuliert wurden. Regeln, die bei nächster Gelegenheit ohnehin gebrochen werden, kann man sich auch sparen.

Sie erreichen die Autorin unter

Manuela.Dollinger@ovb.net

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