Kritik an Ein-Euro-Jobs für private Betriebe

- München - Für den Vorschlag, Arbeitslosengeld-II-Bezieher für so genannte Ein-Euro-Jobs auch an private Betriebe auszuleihen, hagelt es von verschiedenen Seiten heftige Proteste. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Martin Wansleben, hatte vorgeschlagen, Alg-II-Empfänger wie in der Zeitarbeit an Betriebe zu verleihen.

<P>Diese sollten dafür eine aushandelbare, marktgerechte Gebühr von zum Beispiel drei oder vier Euro je Stunde an die Arbeitsagentur zahlen. Die Arbeitslosen sollten zusätzlich zu dem Alg II einen Euro pro Stunde erhalten. </P><P>Sowohl die rot-grüne Koalition wie auch die Handwerksverbände kritisierten diese Idee. Das Handwerk sieht darin eine ernste Gefahr für reguläre Arbeitsplätze. "Ein-Euro-Jobs sind mit Sicherheit der falsche Weg, um den Arbeitsmarkt flexibler zu machen und die Anreize zur Arbeitsaufnahme zu erhöhen", sagte Heinrich Traublinger, Präsident des Bayerischen Handwerkstages. Es könne nicht sein, dass die Handwerker über ihre Steuern und Abgaben die eigene unfaire Konkurrenz auch noch subventionierten. Stattdessen müsse man den regulären Arbeitsmarkt stärken.</P><P>SPD und Grüne warnten dazu vor Lohndumping. Die Beschäftigung der Arbeitslosen-Bezieher in Privatunternehmen sei in der Regel nicht gemeinnützig und daher auch nicht zulässig, so das Bundeswirtschaftsministerium. </P><P>Wansleben betonte vier Pluspunkte seines Modells: Langzeitarbeitslose bekämen wieder einen Fuß in die Arbeitswelt, die Arbeitsagenturen erhielten Geld, Wettbewerbsverzerrungen zwischen Betrieben würden vermieden und die Betriebe hätten Mitarbeiter zu einem fairen Preis.</P><P>Peter Kammerer, als Geschäftsführer für die Abteilung Volkswirtschaft der IHK für München und Oberbayern verantwortlich, nennt den Vorschlag einen Diskussionsanstoß, damit wieder über den Niedriglohnsektor geredet wird. Darüber hinaus sei eine weitere Deregulierung des Arbeitsmarktes notwendig.</P>

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