Kritischen Kunden sitzt das Geld lockerer

- München - Hans Jürgen Bönsch stimmt sich optimistisch. Wenn auch verhalten. "Nach vier Jahren ergeben die Umfragen erstmals wieder einen positiven Wert", sagte der Vize-Präsident des Landesverbandes des Bayerischen Einzelhandels (LBE). Die Kauflust der Deutschen ist wieder gestiegen - so lautete nicht nur das Fazit einer Konsumklima-Studie, sondern auch Bönschs Ansicht nach hat sich die Lage deutlich verbessert.

Während im gesamten Einzelhandel weiter über eine verhaltene Konjunktur geklagt wird, "können wir speziell in Bayern unter dem Strich zufrieden sein". Insgesamt erzielte die Branche in Deutschland einen Umsatz von 152,4 Milliarden Euro; das entspricht einem realen Zuwachs von 0,5 Prozent. In Bayern liegt dieser nach Schätzungen des LBE bei 1,5 Prozent (23,2 Milliarden Euro Umsatz). "Die Stimmung hat sich extrem aufgehellt", sagte Michael Schellenberger, Geschäftsführer des Deutschen Fachverlags.

Und doch gab's bereits in der ersten Woche des neuen Jahres den ersten Dämpfer. "Das Geschäft war sehr ernüchternd", bilanzierte Bönsch, wenngleich er sich aufgrund der Fußball-WM auch weltmeisterliche Gewinner erhofft. Insbesondere eine Zahl gibt dem Vize-Präsidenten aber zu denken. 62 Prozent der Deutschen ist der Preis wichtiger als die Qualität. Discountmärkte halten in Deutschland insgesamt einen Marktanteil von 40 Prozent.

Allmählich aber stieße diese Branche im Lebensmittelbereich an ihre Grenzen, urteilte Bönsch, der glaubt, dass sich Vollsortimenter vor allem durch Service, Qualität und eine große Sortimentauswahl im Wettbewerb behaupten können. "Hackfleisch für 1,99 Euro ist sicherlich auch Hackfleisch. Aber hier kann man nicht beste Qualität erwarten." Gerade nach den jüngsten Skandalen hinterfragen viele Kunden wieder, was sie essen. Das sei der Vorteil für Bönsch und seine Kollegen. Eine attraktive frische Käsetheke, ein ansprechendes Ambiente sei "kein Vergleich zu abgepacktem Käse".

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