ifo kündigt Senkung der Wachstumsprognose an

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Düsseldorf (dpa) - Das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung wird seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland im laufenden Jahr deutlich senken.

Die Prognose werde "von 2,4 Prozent vermutlich auf etwa 2 Prozent" nach unten korrigiert, kündigt ifo-Präsident Hans-Werner Sinn in einem am Freitag vorab verbreiteten Gastbeitrag für die "WirtschaftsWoche" an. Grund sei der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal zum Vorquartal. Für 2009 rechne das Institut nur noch mit einem Wachstum von 1,0 Prozent.

Im Gegensatz dazu halte der ifo-Präsident den Arbeitsmarkt für einigermaßen stabil, schreibt das Blatt. Er habe sich "vom Wirtschaftswachstum abgekoppelt". Noch immer würden mehr offene Stellen gemeldet als im Höhepunkt des vergangenen Konjunkturzyklus. Hier sei eine "echte Trendwende, eine Abkehr von einer Entwicklung, die seit 35 Jahren immer mehr Arbeitslosigkeit brachte" erkennbar, schreibt Sinn. Dies sei vor allem ein Erfolg der Agenda 2010.

Sinn appelliert an die Wirtschaftspolitik, "jetzt Kurs zu halten. Solange Deutschland die Agenda nicht "rückabwickele", müsse es auch nicht befürchten, dass sich die "Horrorzahlen, die 2005 aus Nürnberg kamen - '4,9 Millionen Arbeitslose' : Sinn erwartet sogar, dass die Arbeitslosigkeit trotz der konjunkturellen Wende saisonbedingt "für eine Weile" zurückgeht.

Er warnt allerdings vor der "reformmüden großen Koalition". Bei ihr und nicht in der Konjunktur lägen aktuell "die wahren wirtschaftlichen Gefahren für Deutschland".

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