Uhl kündigt umfassendes Geständnis an

VW-Affäre: - Wolfsburg - Der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und frühere VW-Betriebsrat Hans-Jürgen Uhl will nach Falschaussagen in der VW-Affäre vor Gericht ein umfassendes Geständnis ablegen. Er hatte seine Verstrickung in den Skandal um Lustreisen und Schmiergelder Monate lang geleugnet. Ende Mai gab er dann zu, gelogen zu haben.

Das Amtsgericht Wolfsburg, wo an diesem Donnerstag der Prozess gegen Uhl beginnt, teilte am Dienstag mit, der Angeklagte wolle die Tatvorwürfe einräumen. Zu dem auf fünf Tage angesetzten Verfahren sind zwölf Zeugen geladen. Unklar ist, ob das Geständnis zu einer Abkürzung des Verfahrens führen kann. Eine sichere Prognose über die Dauer der Verhandlung könne noch nicht abgegeben werden, hieß es.

Dem bereits zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilten ehemaligen VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz hatte sein Geständnis unter anderem eine Konfrontation mit Prostituierten vor Gericht erspart. Hartz hatte zugegeben, den früheren VW-Betriebsratschef Klaus Volkert mit Sonderzahlungen in Millionenhöhe "gekauft" zu haben. Volkert ist in der Affäre ebenfalls angeklagt.

Ob der Richter auch im Fall von Uhl auf die Zeugenaussagen von Prostituierten verzichtet, wird voraussichtlich erst am ersten Prozesstag verkündet. Die Erklärung von Uhl sei dem zuständigen Richter am Dienstag vorgelegt worden. Bis zum Donnerstag solle nun geklärt werden, in welchem Umfang die angekündigten Angaben ausreichend und glaubhaft seien. Zudem bleibe abzuwarten, welche Erklärungen der Angeklagte abgeben wird, heißt es in der Mitteilung.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig legt Uhl insgesamt sieben Straftaten zur Last. Dabei geht es in zwei Fällen - Sexpartys auf Firmenkosten - um den Vorwurf der Beihilfe zur Untreue. Zudem soll Uhl fünf falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben haben. Nachdem Uhl öffentlich seine Schuld bekannt hatte, war er aus der SPD und der IG Metall ausgetreten und hatte sein Bundestagsmandat nieder gelegt.

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