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Kündigung verschollen: Premiere lässt Bundesliga-Fan nicht gehen

- München - Die Bundesliga war die Trumpfkarte im Premiere- Programm. Seit die Übertragungsrechte für den Bezahlsender weitgehend verloren sind, hat der Aktienkurs eine Rutschpartie hinter sich gebracht. Auch mit den Zuschauerzahlen ging es abwärts. Doch es ist nicht leicht, Premiere loszuwerden. Nicht für alle Abonnenten sind spontane Kündigungen möglich.

Wer große Programmpakete abonniert hat, kann mit dem Verlust der Fußball-Bundesliga nicht alles hinwerfen. "Es kommt auf den Einzelfall an", sagen sowohl Premiere als auch Verbraucherschützer. In vielen Fällen bleibt nur die ordentliche Kündigung, die nach Ablauf der Vertragsbindung (meist zwei Jahre) jährlich möglich ist. Dann gibt es Zuschauer, die sich ein auf die Bundesliga maßgeschneidertes Paket geholt haben: Ludwig W. aus Eschenlohe hatte nur das Premiere-Sportpaket samt Fußball-Bundesliga.

Da er über keinen Kabel-Anschluss verfügt, gibt es für ihn keine Möglichkeit, weiterhin Top-Spiele zu verfolgen -wie Premiere es für Kabel-Kunden anbietet. Ein klassischer Fall für das Sonderkündigungsrecht, das durch den Verlust der Bundesliga- Übertragungsrechte ausgelöst wurde. Das bestätigt auch Stefan Vollmer von Premiere gegenüber unserer Zeitung. Doch Ludwig W. hat ein ganz anderes Problem: Seine Kündigung wurde einfach ignoriert.

Dabei hatte Ludwig W. alles so gemacht, wie Experten es empfohlen ha-ben. Er verwies in seiner Kündigung darauf, dass er Premiere nur wegen der Bundesliga abonniert hatte, und er schickte diese Kündigung per Einschreiben mit Rückschein an Premiere. Bisher blieb der Aufwand ohne Erfolg: Nicht einmal der Eingang des Schreibens wurde von Premiere bestätigt. Lediglich der Rückschein kam an. Und der Sender machte weiter, wie gehabt. Er buchte Geld vom Konto ab. Ludwig W. ließ daraufhin die jüngste Abbuchung widerrufen.

Plötzlich reagierte Premiere doch: Aber auch in diesem Schreiben vom "besten Sportprogramm der Welt", wie es darin heißt, kein Wort des Senders zur einge-gangenen Kündigung. Premiere mahnte, die September- Rate von 23 Euro zu zahlen, zuzüglich sieben Euro "Gebühr". Innerhalb von sieben Tagen soll Ludwig W. überweisen. Juristisch ist die Lage nicht so einfach, wie es zunächst scheint. Eine Kündigung sei eine "empfangsbedürftige Willensäußerung", sagt Markus Saller von der Verbraucherzentrale Bayern. Das heißt: Wer kündigt, muss nachweisen, dass die Kündigung auch angekommen ist.

Erst wer eine Bestätigung des Empfängers in Händen hat, ist auf der sicheren Seite. Der Rückschein des Einschreibens ist ein starkes Argument, aber für sich nur derBeleg, dass ein Schreiben angekommen ist. Doch er beweist nicht, dass das Kuvert eine Kündigung enthalten hat. Allerdings dürfte der Bezahl- Sender Probleme haben, die große Häufung leerer Einschreiben zu erklären.

Denn unter den Suchbegriffen "Premiere" und "kündigen" wird schnell klar, dass es sich bei Ludwig W. nicht um einen Einzelfall handelt. Was aber tun? Saller empfiehlt: Nicht locker lassen. Unter Verweis auf diese Kündigung nachhaken und erneut eine Bestätigung fordern -und dies möglichst auf allen Wegen: Brief, E-Mail, Fax. Und er hat damit gute Erfahrungen gemacht. Am Ende reagiert Premiere doch.

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