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Till Reuter ist Vorstandsvorsitzender der KUKA AG. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Kuka plant Roboter für Krankenhäuser und Pflegeheime

Serviceroboter zum Einsatz in Pflegeheimen und Krankenhäusern? Der Hersteller Kuka spielt mit diesem Gedanken. Roboter könnten das Personal entlasten.

Berlin (dpa) - Der Industrieroboterhersteller Kuka fasst bei seinem Wachstumskurs auch das Geschäft mit Privatkunden ins Auge. Der Konzern will dabei von der zunehmenden Alterung der Gesellschaft profitieren und Roboter beispielsweise an Pflegeheime und Krankenhäuser verkaufen.

"Serviceroboter können wir uns gut vorstellen bei Kuka. Diese Maschinen helfen dann im Haushalt beim Tisch abräumen oder im Pflegeheim und Krankenhaus bei der Essens- und der Medikamentenausgabe", sagte Konzernchef Till Reuter der "Welt am Sonntag".

Diese Roboter könnten das Personal entlasten, indem sie die zeitaufwendigen Routinetätigkeiten übernehmen wie zum Beispiel das Einräumen von Tabletts nach dem Essen. "Das verschafft den Pflegern dann auch mehr Zeit, sich mit den Patienten zu beschäftigen", sagte Reuter. Gesicht und Beine sollen die dafür bestimmten Roboter allerdings nicht bekommen.

Der Schweizer Konkurrent ABB sieht derzeit noch keinen Einsatz von Robotern im privaten Bereich. Der Roboter Yumi könne zwar Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten, aber sein Einsatzort ist die Fabrik. Der Roboter soll auf der Hannover Messe vorgestellt werden. "Roboter für den Haushalt sind nicht Sache der ABB, vielleicht in ein paar Jahren. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Automatisierung der industriellen Produktion", sagte ABB-Chef Ulrich Spiesshofer der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Für Kuka wäre das Geschäft mit Pflegeheimen oder Krankenhäusern ein weiterer Schritt, um unabhängiger von den Autokonzernen zu werden, die bisher die wichtigsten Kunden sind. Reuter hatte Kuka zuletzt mit der Kauf des Schweizer Unternehmens Swisslog im Bereich Logistik gestärkt. Weitere Zukäufe sollen folgen. "Wenn es Sinn macht und wir ein geeignetes Ziel finden, können und werden wir zuschlagen", sagt er der Zeitung und bestätigte damit frühere Aussagen. Aber auch ohne Übernahmen will Reuter den Umatz bis zum Jahr 2020 auf 4 bis 4,5 Milliarden Euro verdoppeln.

An der Börse wurde der Wachstumkurs zuletzt stark honoriert. Der Kurs der im MDax notierten Aktie legte in den vergangenen fünf Jahren fast 600 Prozent zu.

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