+
Mit dem Investitionsprogramm will Kuka Ängste zerstreuen, die durch die Mehrheitsübernahme durch den chinesischen Midea-Konzern im vergangenen Jahr entstanden sind. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Ängste zerstreuen

Roboterbauer Kuka will in Augsburg kräftig investieren

Die Übernahme von Kuka durch Chinesen sorgte vor einem Jahr für viel Aufregung. Viele befürchteten ein Abwandern von Know-how nach Fernost und eine Schwächung des deutschen Stammsitzes. Nun soll genau das Gegenteil passieren.

Augsburg (dpa) - Der Roboterbauer Kuka hat nach der Übernahme durch einen chinesischen Investor ein mehr als 100 Millionen Euro umfassendes Investitionsprogramm für seinen Stammsitz angekündigt.

In Augsburg sollen bis 2025 eine Produktionshalle, ein Ausbildungszentrum, ein Büroturm und ein Parkhaus neu entstehen. Der Sitz des fast 120 Jahre alten Unternehmens müsse dringend modernisiert werden, sagte Kuka-Vorstandschef Till Reuter.

Mit dem Investitionsprogramm will Kuka auch Ängste zerstreuen, die durch die Mehrheitsübernahme durch den chinesischen Midea-Konzern im vergangenen Jahr entstanden sind. Reuter hatte bereits damals erklärt, dass durch die Übernahme auch der Unternehmenssitz in Schwaben profitieren werde. Kuka hat weltweit mehr als 13 000 Mitarbeiter, davon arbeiten etwa 3500 in Augsburg. Zudem beschäftigt Kuka am Stammsitz etwa 500 Leiharbeiter.

Reuter nannte noch keine konkreten Zahlen, wie sich die Bauprojekte auf die Mitarbeiterzahl am Unternehmenssitz auswirken werden. Neben der Entwicklung solle auf jeden Fall auch die Produktion in Augsburg gehalten werden. Dort stammten viele Gebäude aus den vergangenen Jahrzehnten und müssten saniert werden. Zudem arbeiteten derzeit rund 800 Beschäftigte in Augsburg in Containern. Die Neubauten sollten Platz für etwa 1600 Beschäftigte schaffen.

Die Gewerkschaft begrüßte das Investitionsprogramm. "Das ist die beste Standortsicherung, die man sich vorstellen kann", sagte Augsburgs IG-Metall-Chef Michael Leppek, der auch stellvertretender Vorsitzender des Kuka-Aufsichtsrats ist.

Der Hausgerätehersteller aus Fernost hatte mit Kuka einen bis zum Jahr 2023 gültigen Investorenvertrag geschlossen. Darin wurden der Schutz der Kuka-Patente, die Selbstständigkeit des Roboterherstellers und der Erhalt der Augsburger Zentrale sowie anderer Werke zugesagt.

Wegen des Einstiegs der Chinesen hatte es zunächst Befürchtungen gegeben, dass dies den Ausverkauf des deutschen Traditionsunternehmens bedeuten könne. In der Politik wurde darüber diskutiert, ob solche Übernahmen wichtiger Unternehmen durch Investoren aus Nicht-EU-Ländern verhindert werden können. Die Bundesregierung hat deswegen kürzlich ihr Vetorecht gegen die Übernahme strategisch wichtiger Firmen durch ausländische Investoren ausgebaut.

Informationen zur Übernahme durch Midea

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Diesel-Paket gegen Rechtsempfinden?
Wieder droht ein Fahrverbot für alte Diesel. Am Mittwoch befasst sich das Verwaltungsgericht Mainz mit dem Thema, der Oberbürgermeister lässt an der bisherigen Strategie …
Diesel-Paket gegen Rechtsempfinden?
Siemens darf weiter auf Milliarden-Auftrag im Irak hoffen
Ausbau der Stromnetze im Irak - solch ein Auftrag ist milliardenschwer. Trump versuchte, ihn mit politischem Druck in die USA zu holen. Aber auch Siemens darf weiter …
Siemens darf weiter auf Milliarden-Auftrag im Irak hoffen
Milliarden-Auftrag für Siemens im Irak rückt näher - Chancen gegen GE
Aufatmen bei Siemens. Nach einer längeren Zitterpartie sind die Münchner einem möglichen Zuschlag für ein Milliarden-Geschäft im Irak einen wichtigen Schritt …
Milliarden-Auftrag für Siemens im Irak rückt näher - Chancen gegen GE
Flowtex-Insolvenzverfahren vor Abschluss
Der Skandal des Bohrmaschinen-Händlers Flowtex brach in jeder Hinsicht Rekorde: größter deutscher Betrugsfall seit 1945, über 120 Ermittlungsverfahren, …
Flowtex-Insolvenzverfahren vor Abschluss

Kommentare