Kulturgeschichte im Geldbeutel: Der Euro in der Urlaubszeit

- Ob in der Eisdiele in Rom, im Restaurant auf Kreta oder im Caf鴐 in Südtirol: Ausländische Euro-Münzen sind bei vielen Hobby-Sammlern begehrt. Hohe Wertsteigerungen lassen sich mit solchen Sammlungen zwar nach Expertenmeinung nicht erzielen. Spaß macht die Jagd aber trotzdem - und mit sehr viel Glück findet man auch eine Rarität.

<P>Die landesspezifischen Motive auf den Rückseiten der Euro- und Cent-Münzen sind ein spannendes Sammelgebiet. "Das ist eine interessante Kulturgeschichte im Schnelldurchlauf", erläutert Helmut Caspar, Sprecher des Verbandes Deutscher Münzenhändler. "Reich werden kann man mit dieser Art des Münzsammelns aber nicht", sagt Caspar. Die Qualität der Münzen, die im Umlauf sind, entspreche nicht den hohen Erwartungen professioneller Sammler.<BR><BR>Die Münzen, bei denen eine nennenswerte Wertsteigerung zu erwarten ist - wie etwa Gedenkmünzen -, seien sowieso nicht im Umlauf. Das Sammeln im Urlaub ist nach Meinung von Georg Tryba, Sprecher der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, aber sinnvoller, als Kursmünzsätze in Homeshopping-Sendungen oder im Internet zu bestellen. "Beim Sammeln im Urlaub kann man keinen Verlust machen. Die kommerziell vertriebenen Münzsätze hingegen sind oft überteuert", erläutert Tryba. </P><P>Laut Recherchen der Verbraucherzentrale schwankt der Verkaufspreis für einen Komplettsatz der Münzen aller Euro-Länder zwischen 114,50 und 219 Euro. Die Wertsteigerung der Euro-Münzen hält sich dabei bislang in Grenzen: Das Starterkit aus Deutschland - Nominalwert 14,54 Euro - werde nur zwischen 15 und 18 Euro gehandelt.<BR><BR>Auf den meisten Münzen sind landestypische Motive abgebildet. Die österreichischen Euros zeigen Alpenprimel, Edelweiß und Enzian. Auf den französischen Geldstücken sind eine Säerin und ein Porträt der Nationalfigur Marianne zu sehen. Das finnische 1-Euro-Stück schmücken zwei Schwäne.<BR><BR>Beliebt bei Sammlern sind vor allem die Münzen von Monaco, San Marino und dem Vatikan. Diese Zwergstaaten gehören zwar nicht offiziell zum Euroraum. Weil hier aber vor der Euro-Einführung französische Francs und italienische Lire offizielle Zahlungsmittel waren, durften auch diese Länder eigene Euro-Münzen prägen lassen.<BR><BR>Wegen der geringen Auflagen sind diese Münzen begehrt. So gab der Vatikan nur 75 000 1-Cent-Münzen heraus, San Marino nur 120 000. Zum Vergleich: In Deutschland waren es 3,7 Milliarden. Solche Stücke zu finden, gleicht aber der Suche nach der Nadel im Heuhaufen: "Diese Münzen wurden größtenteils schon von Händlern aufgekauft", weiß Experte Caspar. Sie werden verhältnismäßig teuer gehandelt: Für einen Vatikan-Euro mit dem eingeprägten Porträt des Papstes sind oft mehrere hundert Euro zu zahlen.<BR><BR>Wer im Urlaub nach Griechenland reist, sollte darauf achten, ob die Münzen die Buchstaben S, F oder E auf der Rückseite enthalten. Weil das Land nicht genug Kapazitäten für das Prägen der Euro-Münzen hatte, wurden die griechischen Münzen teilweise in Finnland (Prägung S), Frankreich (F) oder Spanien (E) hergestellt.<BR><BR>Eine Besonderheit gibt es auch bei den Münzen aus Finnland: Weil dort alle Preise auf eine Fünf oder eine Null am Ende aufgerundet wurden, brauchen die Finnen die Ein- und Zwei-Cent-Stücke nicht. Produziert wurden sie dennoch - aber nur in kleinen Auflagen.</P><P> </P><P><BR> </P>

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