Kunden müssen sich bei Airline-Pleite um Tickets selbst bemühen

- Potsdam - Geht eine Fluggesellschaft Pleite wie im Fall von Aero Lloyd am Donnerstag, müssen sich Kunden mit direkt bei der Airline gekauften Tickets selbst um Ersatzflüge bemühen. "Flugreisende sind in einem solchen Fall schutzlos", so Sabine Fischer, Reiserechtsexpertin von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. "Wer schon am Urlaubsort ist, muss den Rückflug auf eigene Kosten organisieren." Steht der Urlaub erst noch bevor, sollte die Entscheidung über den Abflug gut überlegt werden: "Wer sich dagegen entscheidet und das Hotel unabhängig vom Flug gebucht hat, muss dann zumindest den größten Teil der Kosten dafür zahlen", sagte Fischer am Donnerstag in einem dpa/gms-Gespräch.

<P>Wer dagegen auf die Reise nicht verzichten will, steht vor der Aufgabe, einen Ersatzflug zu finden. "Dabei ist Eile geboten", so die Expertin. "Im Fall der Insolvenz einer größeren Fluggesellschaft kann es schnell einen Run auf Alternativflüge geben." Die könnten dann ebenfalls schnell ausgebucht sein - der Urlaub müsste ausfallen. Die Kosten für Ersatzflüge müssen aus eigener Tasche gezahlt werden. Zwar können Ansprüche auf Rückerstattung geltend gemacht werden, ob aus der Konkursmasse tatsächlich etwas gezahlt wird, sei aber eher unwahrscheinlich.</P><P><BR>Besser dran sind Pauschalurlauber: Geht eine Charterfluggesellschaft pleite, ist der Veranstalter verpflichtet, für Ersatz zu sorgen. "Er muss den Rückflug vom Urlaubsort organisieren", sagt Fischer. "In der Regel klappt das auch." Steht der Urlaub noch bevor, besteht ein Anspruch auf eine Beförderung mit einer anderen Fluggesellschaft. "Der Urlauber kann darauf bestehen, muss aber eventuelle Änderungen der Flugzeiten am An- und Abreisetag in Kauf nehmen." In jedem Fall sei zu empfehlen, sich so schnell wie möglich mit dem Veranstalter in Verbindung zu setzen, so die Verbraucherschützerin.</P><P><BR>Der Reiseveranstalter TUI hat eine Hotline für Kunden, die mit Aero Lloyd in den Urlaub fliegen wollten, unter 0511/56 78 000 eingerichtet. Thomas Cook bietet eine Hotline unter 01803/10 03 80 an. Aero Lloyd selbst beantwortet Fragen unter 06171/62 52 00. </P>

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