Kurseinbruch an den Börsen: Welche Anlagen gelten als sicher?

Berlin/Stuttgart - Nach den starken Kursverlusten an den weltweiten Aktienmärkten sind Verbraucher verunsichert. Schwankungen an der Börse wirken sich auf die verschiedenen Anlagearten allerdings unterschiedlich aus. Was gilt als sicher und was als weniger sicher?

LEBENSVERSICHERUNGEN: Sie gelten als relativ sichere Geldanlage, der Kursrutsch an den Aktienmärkten hat eher geringe Auswirkungen auf ihre Wertentwicklung. Zwar investieren die Versicherer für die kapitalbildenden Lebensversicherungen auch am Aktienmarkt, sagte Peter Schwark vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. In der Regel liege die Aktienquote der deutschen Lebensversicherer aber nur bei zehn bis zwölf Prozent. Die Überschüsse könnten wegen des Kurssturzes geringer ausfallen. Sie sind aber ohnehin nur versprochen und nicht garantiert.

RIESTER-PRODUKTE: Sie sind ungeachtet von Kursverlusten vergleichsweise sicher. Zu Beginn der Rentenzahlungen werden Sparern mindestens die eingezahlten Beiträge und Zulagen garantiert, erläuterte Lilo Blunck vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Bei den Überschüssen könne es aber je nach Produkt Schwankungen geben: So enthält ein Fondssparplan mehr Aktienanteile als eine Kapitallebensversicherung - dies wirkt sich bei einem Absturz der Börse auf die Überschüsse aus.

TAGESGELDKONTO: Bis zur jeweils festgeschriebenen Obergrenze als sicher gelten auch Tagesgeldkonten. Zumindest die deutschen Anbieter sind dem Einlagensicherungsfonds angeschlossen, bei einer Pleite des Instituts ist das Geld der Anleger nicht verloren. Mehr Sicherheit bedeutet in der Regel aber auch weniger Rendite - im Schnitt bringt ein Tagesgeldkonto derzeit etwas weniger als 3,5 Prozent.

FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE: Vor allem Bundesschatzbriefe (Laufzeit von 6 oder 7 Jahren) gelten als eine sichere Anlage: Der Bund steht als Bürge ein. Der Zinsverlauf ist vertraglich vereinbart, derzeit gibt es im ersten Jahr 3,25 Prozent. Kursschwankungen an den internationalen Märkten bleiben ohne Folgen.

AKTIEN: Die Wertentwicklung von Anlagen in einzelne Papiere und Fonds ist den Schwankungen der Börsenkurse unterworfen. Wenn sie in den Keller gehen, müssen Anleger Verluste verkraften. Weil Fonds in viele verschiedene Titel investieren, sei das Verlustrisiko geringer, sagte Finanzexperte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Aktien gelten für Anleger als interessant, weil in guten Zeiten am Kapitalmarkt deutlich höhere Renditen zu erzielen sind als mit anderen Anlageformen. Geht es mit der Börse bergab, müssen Anleger allerdings auch die Verluste verkraften.

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